Saturday Sentence: Ein Leben mehr

Der Saturday Sentence stammt dieses Mal aus dem Roman Ein Leben mehr von Jocelyne Saucier. Die kanadische Autorin erzählt darin die Geschichte dreier Männer, die zurückgezogen im Wald leben.

Ein Leben mehr von Jocelyne Saucier
Darum geht es bei Jocelyne Saucier

Drei alte Männer leben zurückgezogen in den Tiefen des nordkanadischen Waldes. Sie haben der Zivilisation den Rücken gekehrt, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen, jeder in seiner eigenen Hütte in der Nähe eines Sees. Das Leben im Wald ist durchaus nicht einfach, besonders die Winter sind hart, doch Freiheit und Autonomie geht den Männern über alles. Kontakt zur Außenwelt besteht lediglich zu zwei jüngeren Männern. Bruno bringt ihnen benötigte Dinge, dafür ist seine Haschischplantage im Forst gut versteckt.

Eines Tages findet eine namenlose Fotografin den Weg zu ihnen in den Wald. Sie ist auf der Suche nach Boychuck, einer der letzten Überlebenden der Großen Brände, die Anfang des 20. Jahrhunderts in der Gegend um Ontario ausbrachen und viele Menschen das Leben kostete. Die Fotografin interessiert sich für die Geschichten der Opfer der Brandkatastrophe und möchte sie porträtieren.

Kurz darauf bringt Bruno die 80-jährige Marie-Desneige zu den Männern, um sie im Wald zu verstecken. Mit den beiden Frauen weht eine Brise der Veränderung, die der Liebe, durch die eingeschworene Waldgemeinschaft. Die zarte alte Dame erfährt zum ersten Mal überhaupt ein selbstbestimmtes und freies Leben. Zur Unabhängigkeit der Männer gehört auch die Entscheidung, über den eigenen Tod frei zu bestimmen.

Ein Stück Geschichte Kanadas und eine Geschichte über Freiheit, Menschsein und das Leben. Leise, ergreifend, traurig und ermutigend.

Die Aufgabe der Mitmachaktion lautet: Blättere in Deinem Buch auf Seite 158 und notiere den 10. Satz:

Der helle Fleck ist das Luftloch, durch das die Mutter des ungeborenen Kindes geatmet hatte.

Aus Ein Leben mehr von Jocelyne Saucier

Im Blog Ich lese von Rina bin ich auf den Saturday Sentence aufmerksam geworden. Die Regeln für den Saturday Sentence lauten:

  • Samstags posten
  • Blättere auf Seite 158 in dem Buch, das Du gerade liest, und notiere den 10. Satz
  • Im E-Book wähle die Position 158 aus
  • Du hast noch kein neues Buch begonnen: Wähle den 10. Satz von Deiner aktuellen Seite
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Saturday Sentence: Ich der Roboter

Der Saturday Sentence stammt aus Ich der Roboter von Isaac Asimov. Der russisch-amerikanische Biochemiker und Autor entwirft eine Zukunft, in der Menschen ganz selbstverständlich mit Robotern umgehen. Die Aufgabe der Mitmachaktion lautet: Blättere in Deinem Buch auf Seite 158 und notiere den 10. Satz.

Buch von Isaac Asimov - Ich der Roboter
Darum geht es bei Isaac Asimov

Isaac Asimov wirft mit diesen erstmals 1950 erschienenen Kurzgeschichten über Robotik einen Blick in die Zukunft, die wir schon oder bald erreicht haben werden. Im Jahr 2057 hat die Psychologin Dr. Susan Calvin 50 Jahre Arbeit bei der U.S. Robot and Mechanical Men Inc. hinter sich und ist erfahren im Umgang mit einfach konstruierten Robotern der ersten Generation bis hin zu komplexen Robotern mit „positronischen Gehirnen“, die „praktisch zu jeder psychologischen Reaktion fähig sind, derer auch ein Mensch fähig ist“. Die Menschen haben in dieser Zukunft längst ferne Planeten erobert, auf denen sie mithilfe von Robotern arbeiten. Asimov prägte die Robotergesetze, wonach das wichtigste, das erste Gesetz, lautet, dass ein Robot niemals einem Menschen Schaden zufügen darf. Nach dieser Regel muss er handeln.

Die Geschichten erzählen vom alltäglichen Umgang der Menschen mit Robotern und den Konflikten, die daraus entstehen können. Dr. Calvin ist immer dann gefragt, wenn die Probleme nicht von den raubeinigen Technikern Powell und Donovan gelöst werden können: Wenn Roboter augenscheinlich unter einer Fehlfunktion leiden und ein Eigenleben zu entwickeln scheinen und den menschlichen Anweisungen nicht mehr gehorchen. Oder handeln Sie schließlich doch nur logisch und entsprechend der Robotergesetze? Asimovs Blick auf die Entwicklung der Robotik, auf Mensch und Maschine, ist ahnend und mahnend zugleich.

Meine erste Berührung mit interstellarer Forschung – das heißt meine erste direkte Berührung -kam im Jahre 2029 zustande, als ein Robot verloren ging

Aus Ich der Roboter von Isaac Asimov

Im Blog Ich lese von Rina bin ich auf den Saturday Sentence aufmerksam geworden. Die Regeln für den Saturday Sentence lauten:

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Saturday Sentence: Was dir bleibt

Der Saturday Sentence stammt heute aus dem Roman Was dir bleibt von Jocelyne Saucier. Die kanadische Autorin erzählt die Geschichte der alten Dame Gladys, die eines Tages in den Zug steigt und davonfährt. Die Aufgabe der Mitmachaktion lautet: Blättere in Deinem Buch auf Seite 158 und notiere den 10. Satz.

Jexelyne Saucier - Was dir bleibt
Darum geht es bei Jocelyne Saucier

Die alte Dame Gladys besteigt in dem 200-Seelen-Ort Swastika den Northlander und fährt einfach davon. Gladys beginnt eine Zugreise durch den Norden Kanadas quer durch die Provinzen Ontario und Québec. Niemand kann sich erklären, warum Gladys, ohne ein Wort zu sagen, verschwunden ist und ihre psychisch kranke Tochter Lisana zurückgelassen hat. Ein junger Englischlehrer und Zugliebhaber möchte Gladys‘ Beweggründe herausfinden und begibt sich auf große Fahrt. Er bereist mit denselben Zügen dieselben Orte wie Gladys und trifft ihre Freunde und Weggefährten.

Der junge Mann ist unterwegs wie auf einer Schnitzeljagd. Von Bahnhof zu Bahnhof fügen sich nach und nach die Puzzleteilchen zu einem Bild von Gladys und ihrer Tochter und der Menschen und Orte in den abgelegenen, waldreichen Provinzen Nordkanadas. Im Buchdeckel ist eine Landkarte mit den Zugverbindungen abgedruckt. Mit dem Finger lässt sich Gladys‘ abenteuerliche Reise im Sudbury-Toronto, im Buddcar – eine Art Schienenbus – , im Toronto-Montréal oder Transcontinental nachvollziehen. Man bereist Orte, von denen man nie zuvor gehört hat, gelangt über Toronto nach Montréal, und wird am Ende wissen, wie das Zug-Spiel Tuck-Tuck geht und die school trains funktionierten, in einem solchen Gladys vor bald 80 Jahren geboren worden ist. Was dir bleibt ist eine Geschichte über Freiheit und Selbstbestimmung.

Ricky ist Atikamekw, und für ein paar Bier erzählt er dem Europäer alles, was der hören will, und für ein paar Bier mehr bekommt der Europäer echte Powwow-Gesänge geboten.

Aus Was dir bleibt von Jocelyne Saucier

Im Blog Ich lese von Rina bin ich auf den Saturday Sentence aufmerksam geworden. Die Regeln für den Saturday Sentence lauten:

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Saturday Sentence: Qualityland

Der Saturday Sentence stammt aus Qualityland von Marc-Uwe Kling. In naher Zukunft leben die Menschen ein Leben höherer Qualität – vermeintlich. Die Aufgabe der Mitmachaktion lautet: Blättere in Deinem Buch auf Seite 158 und notiere den 10. Satz.

Das Buch Qualityland von Marc-Uwe Kling
Darum geht es bei Marc-Uwe Kling

In nicht allzu ferner Zukunft leben die Menschen in Qualityland, einem voll digitalisierten Land der Superlative, wo alles am besten und am schönsten ist. Mädchen erhalten den Beruf der Mutter als Nachnamen, Jungen den des Vaters. Erstmals kandidiert eine Künstliche Intelligenz – ein Androide – für das Amt des Präsidenten. Jeder besitzt ein „Qualitypad“ sowie einen persönlichen Assistenten in Form eines kleinen Ohrwurms. Der Fingerabdruck war gestern, Einkäufe und Verträge werden per Kuss auf das Pad besiegelt. Ein Profil bei „Everybody“ ist unausweichlich. Selbstfahrende Autos mit individuellem Unterhaltungsprogramm sind selbstverständlich. Drohnen liefern den Menschen automatisch Dinge, die sie sich wünschen, auch wenn ihnen gar nicht bewusst ist, dass sie sich ein Produkt wünschen. Die Algorithmen des „weltweit beliebtesten Versandhändlers“ TheShop durchschauen die Kunden genau und erinnern stark an den Versandhändler, bei dem man schon heute von A bis Z alles bekommt, was das Herz begehrt.

Die Menschen sind in Leveln kategorisiert, die – je höher – Vorteile im Alltag mit sich bringen: etwa lässt sich eine rote Ampel auf grün umschalten. Peter Arbeitsloser wird dieses Privileg wohl nie zuteil werden, denn er ist Level 9 und somit ein „Nutzloser“. Er ist Maschinenverschrotter, und TheShop hat ihm zu allem Übel ein Produkt geliefert, das er sich wirklich nicht gewünscht hat. Irgendetwas scheint mit seinen Algorithmen schiefgelaufen zu sein. Peter muss feststellen, dass es praktisch unmöglich ist, das unliebsame Produkt zurückzugeben. Wehe, wenn sich die Algorithmen irren: Qualityland ist vorwiegend unterhaltsam, satirisch und gar nicht mal abwegig.

Jedenfalls waren diese parkenden Autos eine heute geradezu unfassbare Verschwendung von Platz, Material und natürlich Geld.

Aus Qualityland von Marc-Uwe Kling

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Saturday Sentence: Odette Toulemonde

Der Saturday Sentence stammt aus Odette Toulemonde und andere Geschichten von Éric-Emmanuel Schmitt (Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran). Der Erzählband erschien 2006. Die Aufgabe der Mitmachaktion lautet: Blättere in Deinem Buch auf Seite 158 und notiere den 10. Satz.

Darum geht es bei Eric-Emmanuel Schmitt

Hauptprotagonisten der acht Geschichten sind Frauen. Erzählt werden ihre Liebesgeschichten, die nicht notwendigerweise von Glück geprägt sind: Eine schwerreiche Frau begegnet nach Jahrzehnten ihrem gealterten Liebhaber, der sie nicht wiedererkennt. Der vermeintlich verkannte Maler hofft noch immer auf seine Entdeckung und Anerkennung als Künstler. Eine Frau ist nicht fähig, die Welt und die Dinge darin von ihrer schönen Seite zu betrachten. Ganz anders ihr Partner, den sie nicht wirklich liebt oder zu lieben scheint und der dennoch zu ihrem unerlässlichen Gegenpol wird. Odile sieht in ihrer Wohnung eine alte Frau umherschleichen, die ihre Sachen durcheinanderbringt und sie bestiehlt. Die Fremde verschwindet auf wundersame Weise und taucht ebenso aus dem Nichts auf. Wie kommt diese Frau in Odiles Wohnung und was führt sie im Schilde?

Frauen in einem Gefangenenlager schreiben heimlich und mit Bedacht besondere Mitteilungen an ihre Lieben draußen. Was sie wohl schreiben? Und dann ist unter den Geschichten jene von Odette Toulemonde, die der promovierte Philosoph Schmitt 2007 mit noch mehr Zauber und Tiefe verfilmte. Er schrieb das Drehbuch zu Odette Toulemonde und führte auch Regie: Odette (Titelbild Buch: Catherine Frot) schwärmt für den Schriftsteller Balthazar Balsan (Im Film: Albert Dupontel). Seine Geschichten sind ihr Lebenselexir und halten sie aufrecht. Odette schreibt ihrem Lieblingsautor einen Brief, den Balthazar in depremierter Stimmung liest und dessen Inhalt ihn so berührt, dass er wenig später vor Odettes Tür steht. Und am Ende von Schmitts Novellen steht jeweils ein Moment des Staunens. Der 10. Satz auf Seite 158 lautet:

Wenn sie glauben, die Männer seien nur angezogen von dem, was sie (Anmerkung: die Frauen) zwischen den Beinen haben, irren sie.

Aus Odette Toulemonde und andere Geschichten von Éric-Emmanuel Schmitt

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