Durchgezappt im Oktober 2021

Dominierten im Vormonat Frauen mein Fernsehprogramm, sind es im Oktober mit Ausnahme von Glenn Close die Männer: Der Dwayne hat wieder seine Familie gerettet und für gute Unterhaltung gesorgt. Colin Farrell gefiel mir gleich doppelt gut, und Kurt Russel machte in Schwarz eine gute Figur. Bjarne Mädel hatte als Paketbote einiges zu schleppen, während Alain Delon hinter einer Gangsterbande her war. Gerard Butler hat im Weltall versucht, das Wetter wieder in Ordnung zu bringen, und Nathaniel Parker hat mir als Inspector gefallen, aber es war nicht Inspector Lynley. Schließlich: Günther Maria Halmer machte mir als Misanthrop nicht das erste Mal Spaß. Und zu Halloween kann ich etwas Gänsehaut empfehlen.

Graffito Don't trust the TV. Teaser von Durchgezappt auf Seelenkompott

1. Immenhof – Das Abenteuer eines Sommers (D 2019) 

Von wegen „Trippel trippel, trappel Pony“: Wie dieser Film das Attribut Immenhof erlangen konnte, ist mir schleierhaft. Mit dem unbeschwerten Leben auf einem Ponyhof hat dieses Abenteuer eines Sommers nichts zu tun. Es gibt ja nicht einmal Ponys. Und wo ist die liebe Omi? Hier agiert die next, next, overnext Generation von Dick und Dalli: Die 16-jährige Teenagerin Lou (Leia Holtwick) und ein hoch im Blut stehendes Superpferd à la Fury und Black Beauty stehen im Mittelpunkt der Geschichte um drei verwaiste Schwestern, die den Immenhof betreiben. Lou rettet total kitschig den schwarzen Superhengst aus dem Moor. Der Besitzer (Heiner Lauterbach) des Rennpferds ist Inhaber eines benachbarten Pferdeguts und Kreditgeber für den Immenhof. Lauterbach ist sauer, weil sein A-teures Rennpferd jetzt eine Macke hat. Er rächt sich, indem er den Kredit von den armen drei Schwestern zurückfordert. Lou besitzt natürlich die Gabe einer Pferdeflüsterin und will das edle Ross, an dem alle anderen gescheitert sind, therapieren. Als früheres Pferdemädchen und Liebhaberin der Immenhof-Reihe aus den 50er Jahren habe ich mich vom Filmtitel komplett in die Irre führen lassen. Die talentfreie Hauptdarstellerin ist fast nie auf dem Pferd zu sehen. Da reitet einfach keiner durch die Gegend und singt das fröhliche Ponylied „Trippel trippel, trappel Pony. Doof. Moderne Pferdemädchen mögen’s vielleicht. 

2. Hass (F 1995)

Hass ist krass! Noch krasser umgesetzt von Mathieu Kassovitz in seinem Film La Haine. Es geht um das Elend von französischen Jugendlichen der Banlieue. Der Jude Vinz (Vincent Cassel), der Schwarze Hubert (Hubert Koundé) und Araber Saïd (Saïd Taghmaoui) leben in Chanteloup-les-Vignes nahe Paris umgeben von gleichförmigen Hochhäusern in einem sozialen Brennpunkt. Ihre Realität besteht aus Gewalt, die mehr Gewalt erzeugt, aus Drogen und Konfrontationen mit der Polizei. Sie sind beinahe noch Kinder und sich selbst überlassen. Anstelle einer Perspektive gedeihen Aggressionen. Ihre Aussichten, dem Milieu zu entkommen, tendieren gegen Null. Als bei einem Polizeieinsatz einer von ihnen schwer verletzt wird, schwört Vinz, einen Polizisten zu töten, sollte der Junge sterben. Hass ist ein eindrückliches und erschreckendes Portrait einer aussichtslosen Tristesse. Kassovitz entzieht dem Film die Farbe wie es den Jugendlichen an Farbe in ihrem Leben fehlt. Das Schwarzweiß verstärkt die Trostlosigkeit. Mit starker Bildsprache und schonungslosem Ende. Hass verfehlt seine Wirkung nicht.

3. Flucht aus L. A. (USA 1996)

Kurt Russell rebelliert wieder als Snake Plissken in einem ähnlichen Plot wie 1981 in Die Klapperschlange: Im Jahr 2013 ist Los Angeles nach einem Erdbeben vom Festland abgetrennt und eine düstere Insel für Abtrünnige. Der Gesetzlose Plissken hat keine Wahl: Er muss notgedrungen für den Präsidenten einen Auftrag erledigen oder er stirbt innerhalb weniger Stunden an einem injizierten Virus. Utopia, die Tochter des korrupten Präsidenten hat eine effektive Satellitenwaffe entwendet und sich dem Aufstand gegen ihren Vater angeschlossen. Snake soll die Waffe, eine kleine Fernbedienung, zurückbringen und Utopia töten. Der Präsident ist ein echter Rabenvater, aber was haben wir hier: Ein Typ mit Haaren und Augenklappe in schwarzer Kluft mit langem Ledermantel und ’ner Wumme. Was das ausmacht für den Film! Plissken spricht eigenartig flüsternd, aber der drohende Unterton seiner Stimme lässt keinen Zweifel: „Leg dich bloß nicht mit mir an!“ Und Snake räumt ordentlich auf. Russel ist cool und ansehnlich. Russel macht’s! Ohne ihn wäre es weniger mein Fall. Von John Carpenter und mit Peter Fonda als Pipeline in einer Nebenrolle.

4. Total Recall (USA/Kanada 2012)

Konflikt! Liebhaber des Originals mit Schwarzenegger werden dessen totale Erinnerung stets vorziehen, so ich. Das Remake aber hat Colin Farrell als Douglas Quaid, der nicht mehr so recht weiß, wer er eigentlich ist und ob seine Erinnerungen echt sind. Die Grundstory ist gleich, doch die Kolonie liegt nicht auf dem Mars, sondern in Australien. Von dort führt eine Art Rohrpost-Transporter die Arbeiter durch die Erde hindurch in die am anderen Ende gelegene United Federation of Britain, dem ehemaligen Großbritannien und einzigen Gebiet der Erde, das im Jahr 2084 neben der Kolonie noch bewohnbar ist. Die düstere Atmosphäre erinnert eher an Blade Runner. Die Drei-Busen-Frau taucht (natürlich) auf, und ein Déjà-vu verursacht eine auffällige Frau in gelber Jacke beim Check-In: Haste wohl gedacht! Der Humor des Originals fehlt. Aber ich habe die totale Erinnerung an Farrell!

5. The Last House on the Left (USA 2009)

Dies ist ein Horrorfilm-Remake von Das letzte Haus links aus dem Jahr 1972. Das Original kenne ich allerdings nicht. Hier wird offenbar Gewalt um der Gewalt willen zelebriert: Slasher, Rape und Revenge sind die Genrebegriffe zur Einordnung des Massakers: Mari (Sara Paxton) und Paige (Martha MacIsaac) amüsieren sich mit einem jungen Mann (Spencer Treat Clark) bis dessen Vater nebst Bruder und Freundin unerwartet nach Hause kommt. Daddy ist ein entflohener Sträfling und kann keine Zeugen gebrauchen. Das gewaltbereite Trio entführt die Mädchen. Sohnemann muss mit, er kann gegen seinen grausamen Erzeuger aber nichts ausrichten und den Mädchen nicht helfen. Als der Mörder-Daddy glaubt, Mari getötet zu haben, kann sie fliehen. Die Verbrecher landen schließlich im abgelegenen Ferienhaus der Eltern von Mari. Denen schwant bald etwas Fürchterliches. Spannung kommt durchaus auf, besonders im Elternhaus. Kann, muss man aber nicht ansehen.

6. Der Bruch (DDR 1988)

Berlin 1946, die Stadt liegt in Trümmern. Götz George, Otto Sander und Rolf Hoppe planen den Bruch ihres Lebens: Das Trio will die Einnahmen der Reichsbahn ergaunern, die sicher und trocken im Banktresor schlummern. Das Projekt wird äußerst motiviert, aber wenig professionell umgesetzt. So ein Loch muss halt ganz schön groß gebohrt, gehämmert, gemeißelt und geschweißt werden, damit ein Hoppe durchpasst, und deshalb bieten die Ausgrabungsarbeiten der drei Gauner neben einigen Dialogen den meisten Witz der Krimikomödie. Die Klasse von George, Sander und Hoppe kommt zurückhaltend zum Tragen, würde ich sagen. Ein Bruchteil mehr Tempo hätte etwas von der Langeweile genommen. Auch dabei: Ulrike Krumbiegel, Franziska Troegner und zeit(politisches) Kolorit. Die Geschichte beruht auf einem wahren Einbruch 1951 in die Eisenbahnverkehrskasse. 

7. Der Nebel (USA 2007)

Die Umsetzung einer Geschichte von Stephen King hat einen so schlichten wie effektiven Grusel: Nebel. Dieser Nebel hier bringt außerdem einige beachtliche und gefräßige Viecher hervor. Eines Tages taucht der geheimnisvolle Nebel die Kleinstadt Castle Rock in Maine in einen undurchdringlichen grauen Schleier. David Drayton (Thomas Jane) ist mit seinem kleinen Sohn und Nachbarn auf den Weg ins Stadtzentrum und flüchtet sich vor dem eigenartigen Wetterphänomen mit einigen anderen Menschen in den örtlichen Supermarkt. Ihnen wird klar, dass sie nicht gefahrlos in den Nebel hinaustreten können. Flugs kleben ein paar atomare Rieseninsekten an den Fensterscheiben. Was tun? Mrs Carmody (Marcia Gay Harden) hält den Nebel von Gott gesandt und spaltet die eingeschlossene Gruppe mit ihren – leider nervigen – Reden in zwei Lager. Auch sonst sind die Konflikte der Menschen leidlich, darunter die unnötige Auseinandersetzung schwarzer gegen weißen Mann. Trotzdem gruselig und spannend. Die Viecher wirken sehr effektvoll. Ich verlasse nie mehr das Haus bei Nebel. Fieses Ende!

8. The Quake – Das große Beben (Norwegen 2018)

Ein langweiliger, labiler Typ (Kristoffer Joner) ist der ungewöhnliche Held in diesem Katastrophenfilm, der in Oslo ein schweres Erdbeben losbrechen und einiges zum Wackeln und Einstürzen bringt. Der Film ist die Fortsetzung von The Wave – Die Todeswelle. Darin löst ein Felssturz im Geirangerfjord einen Tsunami aus. Der Geologe Kristian Eikjord leidet noch unter den Folgen der damaligen Ereignisse und lebt getrennt von seiner Frau und Kindern. Er geht Erkenntnissen nach, die auf ein bevorstehendes Erdbeben hindeuten. Verantwortliche glauben ihm nicht und so tut die Erde ohne jede Vorwarnung ihre Pforten auf und verschluckt alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Der Geologe versucht, seine Frau und Tochter aus einem modernen Hochhaus zu retten. Die oberen Etagen des Glaskastens sind schwer in Schieflage geraten. Wie bei Titanic wird der Film erst mit Eintreten der Katastrophe spannender. Einige Szenen in dem einsturzgefährdeten Hochhaus sind recht packend und tricktechnisch ansprechend. Die Vorgeschichte ist so lahm wie der Typ. Nur ein durchschnittliches Beben.

8. Geliefert (D 2021)

Ein empfehlenswerter Fernsehfilm über die Widrigkeiten des Lebens: Bjarne Mädel spielt den alleinerziehenden Vater eines Teenagers. Einst war Volker Profi-Fußballtrainer, doch jetzt muss er sein Geld als Paketbote verdienen. Er malocht 12 Stunden am Tag und trainiert nur noch in seiner Freizeit Kinder im Fußballspielen. Der Job wird so mies bezahlt, dass die Kosten der bevorstehenden Klassenfahrt seines 16-jährigen Sohns nicht drin sind. Der Vater geht deshalb neben seinen Pakettouren einer Schwarzarbeit nach. Der Titel Geliefert kann auf zweierlei Art gelesen werden: Zum einen zeigt der Film die schwere und schlecht bezahlte Arbeit der Paketzusteller auf, zum anderen das persönliche Geliefertsein des Hauptprotagonisten. Mädel kann gut diese derangierten Typen: Hier ist es ein angezählter auf die Fünfzig zugehender Mann, der eigentlich herzensgut ist, dem es aber aus schierer Verzweiflung nicht mehr gelingt, aufrecht zu bleiben. Berührend die Szene, in der Mädel, gepeinigt vom eigenen Versagen, die Fassung verliert und sein Vergehen gesteht. Menschlich!

9. Der Chef (F/Italien 1972)

In Jean-Pierre Melvilles Gangsterballade braucht es der Worte nicht viel und das ist gut so: Ein in den Sommermonaten belebter Küstenort, der menschenleer unter grauem Himmel gespenstisch und unwirklich wirkt. Ein schwarzer Dodge Dart als prima Gangsterkarre, die im Regen langsam heranrollt und in der Nähe einer Bank stoppt. Die Eröffnungssequenz eines Banküberfalls kommt minutenlang ohne Dialog aus und ist wohl der beste Filmanfang, den ich kenne. Im Verlauf des Krimis findet ein noch größerer Coup statt: Satte 20 Minuten schaut man gebannt einem großen Eisenbahnraub zu, während nicht ein einziges Wort gesprochen wird. Das funktioniert ganz wunderbar, ohne langweilig zu sein. Im Gegentei, die Inszenierung des Films ist seine Stärke. Alain Delon ist Der Chef und hinter den Verbrechern her. Der Kommissar geht wenig zimperlich vor und ist fast unsympathischer als die Gangster. Der blaustichige Farbton – ob gewollt oder dem damaligen Filmmaterial geschuldet – unterstreicht die unterkühlte Atmosphäre, eigentlich das kalte, gefühllose Agieren Delons. Mein Fall ist Delon nicht. Catherine Deneuve spielt seine Geliebte, Richard Crenna ist der Kopf der Gangsterbande.

10. Gänsehaut (USA/Australien 2015) und Gänsehaut 2 – Gruseliges Halloween (USA 2018)

Du findest Gartenzwerge echt gruselig? Dann ist Gänsehaut Dein Halloween-Film schlechthin. Augenscheinlich gehöre ich nicht zur primären Zielgruppe dieser Gruselkomödie und doch gefällt sie mir richtig gut: Die filmische Umsetzung der erfolgreichen Jugendbuchreihe des Amerikaners R. L. Stine ist ideen- und temporeich, ohne überdreht zu sein. Ein Yeti, das auf viele viele bunte Smarties steht und eine Horde lebendig gewordener Gartenzwerge sind nur der Anfang dieses Monster-Happenings: Zach Cooper (Dylan Minette) zieht mit seiner Mutter in die Kleinstadt Madison. Im Nachbarhaus lebt der geheimnisvolle Autor R. L. Stine (Jack Black) mit seiner Tochter Hannah (Odeya Rush). Die Teenager freunden sich an. In Stines Haus schlägt Zach eines der Bücher des Schriftstellers auf und befreit auf diese Weise die Holzpuppe Slappy aus den Buchseiten. Slappy ist gar nicht nett und lässt die ganze Monsterschar des Gruselautors frei. Die Tricktechnik ist beachtlich angesichts der Fülle von Monstern, auch wenn diese keine echte Gänsehaut erzeugen. Die Gags zünden mit einer Reichweite über den ganzen Film: Lasset die Halloween-Party beginnen! Mir macht’s richtig Spaß. Auch Gänsehaut 2 ist kurzweilig, bietet von allem nur etwas weniger. Die Jungen Sonny (Jeremy Ray Taylor) und Sam (Callel Harris) sind die liebenswerten Hauptpersonen. Beim Schrottsammeln in einem alten Haus finden sie in einer Truhe ein unscheinbares Buch – und öffnen es: Schwups, da ist Slappy zurück! Und die Halloween-Overkill-Deko des Nachbarn Mr. Chu (Ken Jeong) ist ganz im Sinne Slappys. So schön zu Halloween wie Die Addams Family in verrückter Tradition.

11. Der Hypnotiseur (Schweden 2012)

Im Gegensatz zu Lasse Hallströms Ein ungezähmtes Leben (Durchgezappt im September) hat mir Der Hypnotiseur kaum gefallen, obwohl der Plot recht vielversprechend klingt: Eine Familie wird niedermetzelt, einzig der Sohn überlebt schwer verletzt. Da er kaum vernehmungsfähig, aber der einzige Zeuge ist, lässt der ermittelnde Kommissar Linna (Tobias Zilliacus) den Teenager (Jonatan Bökman) von Arzt Erik Maria Bark (Mikael Persbrandt) unter Hypnose setzen. Was dabei herauskommt, erschreckt die Beteiligten und bringt Bark, der ohnedies mit Eheproblemen zu tun hat und Schlaftabletten schluckt, ein früheres Drama seiner Arbeit zurück. Das Ganze spielt in einem finsteren Stockholm. Ich fand den Krimi langweilig oder konnte keine Geduld dafür aufbringen. So habe ich den Finger nicht von der Doppelte-Geschwindigkeit-Taste der Fernbedienung lassen können – nur um zu gucken, wie es ausgeht.

12. Geostorm (USA 2017)

Die Handlung passt in die Zeit: Im Jahr 2019 häufen sich katastrophale Wetterphänomene, so dass weltweit Satelliten zur Kontrolle des Wetters in Umlauf gebracht werden. Der Entwickler des Dutch Boy genannten Systems, Gerard Butler, musste gehen, nachdem er es ohne Weisung in Betrieb nahm, um Menschen vor Unwettern zu retten. Stattdessen leitet sein Bruder das Projekt. Bruderkonflikt. Nun läuft das System nicht einwandfrei: Ein Satellit über Afghanistan hat Menschen schockgefrostet. Butler soll wieder ran, um den Betriebsausfällen mehrerer Satelliten auf den Grund zu gehen. Er wird ins All zur internationalen Klima-Raumstation geschossen und an Bord von Alexandra Maria Lara, der Kommandantin, empfangen. Es droht eine weltumspannende Wetterkatastrophe. Ja, naja, es geht so: Da ist halt so ein irrer Typ (nicht Trump), der Amerika gern great again sehen möchte und ein Präsident, der in Sicherheit gebracht werden muss. Patriotisch eben. Das Thema ist – klar nicht – wenig wissenschaftlich, sondern vorwiegend auf Mega-Katastrophe, Action und einen finalen Big Bang angelegt. Ein Hauch mehr Anspruch darf gern einmal an den Zuschauer gerichtet werden. So macht Geostorm zwar viel Wind, hat mich aber nicht umgepustet.

13. Die Frau des Nobelpreisträgers (Schweden/USA 2017)

Glenn Close ist die Ehefrau des Nobelpreisträgers Jonathan Pryce. Das Paar reist 1992 nach Stockholm, wo dem Schriftsteller der Nobelpreis für Literatur verliehen werden soll. Für den Autor ist die Verleihung der Höhepunkt seiner herausragenden Karriere. Seine Frau Glenn Close steht zurückhaltend, fürsorglich und fördernd an seiner Seite. Geduldig erträgt sie die Allüren des Egozentrikers. Für die Karriere ihres Mannes hat sie in jungen Jahren das Schreiben aufgegeben, auch in der Annahme, als Frau bliebe ihr Erfolg als Schriftstellerin verwehrt. Ihr Sohn, der ebenfalls schreibt, ist der harten Kritik seines Vaters ausgesetzt. Welchen Anteil die dezente und kluge Frau wirklich am Erfolg ihre Mannes hat, ist bald zu erahnen und wird in Rückblenden erzählt. Close wurde für den Oscar nominiert, hat ihn aber nicht gewonnen – wie noch nie bei acht Nominierungen: Hier sehe ich eine kleine Parallele zu ihrer Filmfigur. Verdient hätte Glenn Close die goldene Statue für ihre Darstellung einer offenbar liebenden Frau und Mutter, hinter deren Fassade es allerdings brodelt. Ihre Umgebung ahnt nichts, als Zuschauer bleibt man eine Weile einziger Zeuge des quälenden Verzichts dieser starken Frau, die Close formidabel spielt.

14. San Andreas (USA 2015)

Oh Mann, der Dwayne „The Rock“ Johnson gefällt und hat mich erneut toll unterhalten. Faszinierend, wie der Mann allen Totalanschlägen auf seinen Körper trotzt: Der Dwayne ist stärker als jedes Containerschiff, das in einem Tsunami auf ihn zurast. Los Angeles erschüttert ein nie dagewesenes Erdbeben der Stärke Neun irgendwas drüber, aber Hubschrauberpilot der Feuerwehr, der Dwayne, ist allenfalls zu erschüttern, wenn es um seine Familie geht. So schraubt er sich mit seiner schon getrennt von ihm lebenden Frau in die Höhe, um die gemeinsame Tochter zu retten, während die Stadt unter ihnen in Brösel zerfällt. Der neue Typ der Frau entpuppt sich derweil als echtes Charakterschwein. Ein Action-Katastrophen-Spektakel ohne Atempause. Keine Angst, der Dwayne wird dich retten!

15. Die Vorsehung (USA 2015)

Die FBI-Ermittler Jeffrey Dean Morgan und Abbie Cornish ermitteln in einer Mordserie: den Opfern wird durch einen tiefen Stich in den Hinterkopf das Leben genommen. Die Toten scheinen keine Gemeinsamkeiten aufzuweisen, das Tatmotiv ist unklar. Die Agents kommen nicht weiter und ziehen Anthony Hopkins zu Rate, der Hellsehen kann. Nur widerwillig erklärt sich der alte Mann bereit, seine Fähigkeiten noch einmal einzusetzen. Die Vorsehungen des Hopkins führen die Ermittler zum Täter. Der Hellseher erkennt, dass er es mit einem ebenbürtigen, nicht zu unterschätzenden Gegner zu tun hat. Eingeschaltet nicht etwa wegen Hopkins, den ich, ohne dass er Hannibal Lecter ist, immer ein wenig zum Fürchten finde, aber wegen Colin Farrell, der in diesem Film im letzten Drittel auftaucht und die eigentlich furchteinflößende Rolle inne hat. Farrell finde ich immer interessanter. 

16. Inspector Gamache – Denn alle tragen Schuld (Kanada 2013)

Hierbei handelt es sich um eine TV-Verfilmung des ersten Falls von Inspector Gamache aus der gleichnamigen Romanreihe von Louise Penny. Ich schaue nur gelegentlich Fernsehkrimis. In diesem Fall hat mich die zufällig aufgeschnappte Vorschau angefüttert und der Umstand, dass der Krimi in Kanada spielt. Armand Gamache (Nathaniel Parker) ermittelt in der überschaubaren Ortschaft Three Pines in ansprechender Landschaft der Provinz von Québec. Die Lehrerin Jane Neal wird durch einen Pfeilschuss getötet. Wer hat die allseits beliebte Lehrerin getötet? Der frankokanadische Inspector mit britischem Einschlag handelt ruhig und überlegt. Unterstützt wird er von Inspector Jean-Guy Beauvoir (Anthony Lemke) und der jungen Polizistin Yvette Nichol (Susanna Fournier). Der teils abwertende Umgang Gamaches mit seiner jungen Kollegin passt nicht ganz ins Bild des ansonsten sym- und empathischen Inspektors. Ein angenehmer Krimi ohne Hektik, Action und Spannung zum Umfallen. Andere könnten dies daher schwerwiegend langweilig empfinden. Leider gibt es keine weiteren Fernsehkrimis mit Gamache. Nathaniel Parker ermittelte zuvor als britischer Inspector Lynley.

17. Mann gesucht, Liebe gefunden (D 2003)

Dieser Fernsehfilm gehört zu den besten und meinen liebsten Komödien mit Günther Maria Halmer in seiner Paraderolle eines mehr oder weniger misanthropischen Typs, der gerade noch liebenswert ist. Hier zankt er sich mit Thekla Carola Wied, Inhaberin einer Partnervermittlung. Nachdem das Finanzamt ihr gegenüber eine hohe Forderung aufmacht, sieht sie sich gezwungen, den gut honorierten Auftrag einer Kundin (Saskia Vester) anzunehmen, die ausgerechnet ihren launischen Nachbarn Wieland Busch (Halmer) kennenlernen möchte. Wohl oder übel muss sie sich mit dem Philosophen und Autor von Die Liebeslüge auseinandersetzen und den Kaktus-Besitzer dazu bringen, sich mit ihrer Kundin zu treffen. Freiwillig macht Halmer auf keinen Fall mit, aber Wied weiß etwas von ihm, das auf keinen Fall an die Öffentlichkeit geraten darf und so muss er gezwungenermaßen mitspielen. Dabei bleibt es nicht aus, dass die Kontrahenten Zeit miteinander verbringen. Der Mann, der nicht an die Liebe glaubt, fühlt sich von Wied bald eingesponnen wie von einer Spinne. Eine Weile zappelt er noch. Die Komödie hält sich gut im Programm und wird bis dato regelmäßig wiederholt, bestimmt nicht von ungefähr, denn sie ist launig und unterhaltsam und macht auch nach dem x-ten Mal Spaß. Aber ich kann nicht glauben, dass dieser Film schon bald 20 Jahre alt ist. Das heißt, ich bin alt…

Und was hast Du so geguckt?

Durchgezappt im September 2021

Im September sind einige starke Frauen über meinen Bildschirm geflimmert: Isabelle Huppert, Jodie Foster und Jennifer Lopez boten dem Schicksal die Stirn. Spaß hatte ich mit einem Peter Alexander-Film, dem Dwayne und zwei coolen Brüdern, die in Chicago auf spezielle Art den Blues fahren. Eine spannende Autofahrt habe ich mit einem großen Straßenkreuzer in einem Horrorfilm à la Duell unternommen. Schließlich bin ich noch ein bisschen mit der New Yorker U-Bahn gefahren.

Graffiti Don't trust the TV

1. Ich bin kein Casanova (Ö 1959)

Dieses „leichtfüßige Lustspiel“ ist vielleicht nicht der beste Film mit Peter Alexander, aber ich habe mich gut unterhalten und lachen müssen. Das lag vor allem an der blutjungen Maria Sebaldt, die als Frau des neureichen Ferry Pirkner (Heinz Conrads) allen die Show stiehlt. Adrienne Pirkner (Maria Sebald) bemüht sich redlich in Sachen Bildungssprache, verwechselt aber ständig Begriffe, und so passiert es, dass sie von ihrem Mädchen „das Crétin-Kleid“ wünscht. Weil also die Umgangsformen der Pirkners recht ungeschliffen und wenig fein sind, wird Student Peter Keller (Peter Alexander) als Butler und Mädchen für alles engagiert. Ein geschäftlicher Anlass führt das Paar mit ihrem Diener nach San Remo. Unter der Sonne Italiens kommt es zu allerlei Verwechslungen: Da Pirkner unwissentlich seinem angehenden Geschäftspartner auf die Nase boxt, muss Peter fortan Herr Pirkner sein. Und Peters Angehimmelte wähnt in ihm einen Casanova. Was will man mehr: Allround-Entertainer Peter Alexander im Ford Thunderbird Convertible und launige Verwechslungen inklusive Italiensehnsucht. Ich finde, „leichtfüßig“ sollte nicht mit „banal“ oder „angestaubt“ übersetzt werden, denn der Nostalgiefilm punktet mit unbeschwerter Unterhaltung. Abschalten! Aber vom Alltag. Ich mag’s.

2. Sibyl – Therapie zwecklos (F/B 2019)

Puh! Das Ganze habe ich zu hysterisch, nervig und wenig nachvollziehbar empfunden, die Probleme aufgesetzt und überdramatisiert. Irgendwie anstrengend: Virginie Efira spielt eine Psychotherapeutin, die sich nach langer Pause wieder der Schriftstellerei widmen und einen Roman schreiben möchte. Um Zeit für ihr Projekt zu haben, gibt sie die meisten Patienten ab. Als die bekannte Schauspielerin Margot (Adèle Exarchopoulos) hartnäckig Hilfe von ihr wünscht, gibt Sibyl nach. Margot ist von ihrem Kollegen Igor (Gaspard Ulliel) schwanger und im Zweifel, ob sie abtreiben soll oder nicht. Hinzu kommt, dass sie gerade einen Film mit Igor dreht und der eigentlich mit Regisseurin Mika (Sandra Hüller) zusammen ist. Die Situation überfordert Margot (und den Zuschauer, jedenfalls mich), und sie verlangt, dass Sibyl zum Drehort kommen möge, um ihr Vorort zu helfen. Sibyl lehnt ab, aber in einer Notsituation reist sie doch auf die Insel Stromboli. Die Therapeutin hat mit eigenen Problemen zu tun und sieht bei Margot Ähnlichkeiten zu sich selbst, zudem wird Margot zur Inspirationsquelle für ihren Roman. Es entwickelt sich eine folgenreiche Wechselbeziehung zwischen Therapeutin und Patientin. Efira hat mich als Psychotherapeutin nicht überzeugt, und mir ist unklar geblieben, weshalb sie diese und jene spezifischen Probleme hat. Allerdings, die aus Suhl stammende Sandra Hüller als entnervte Regisseurin Mika ist sehenswert. Irgendwann geht sie über Bord. Ich springe hinterher!

3. Die Reise ins Labyrinth (USA 1986)

Damals Flop, heute Kult. Seine Fans hat der Fantasyfilm mit den animierten Puppen von Muppets-Erfinder Jim Henson sicher nicht nur wegen des exzentrischen Auftritts von David Bowie als Koboldkönig Jareth. Der Film macht vor allem der putzigen Puppenfiguren wegen Spaß, die ohnedies den menschlichen Darstellern die Schau stehlen. Teenie Sarah (Jennifer Connelly) ärgert sich über ihren kleinen Stiefbruder Toby und wünscht, der Koboldkönig möge ihn holen. Gesagt, getan: Jareth gibt Sarah nur wenig Zeit, um das Baby im roten Ringelhemdchen aus seinem Schloss zurückzuholen. Dazu muss sie ein großes Labyrinth überwinden. Auf ihrem Weg durch das Geflecht begegnen ihr drollige Wesen. So weist ihr ein Wurm den Weg, und sie begegnet Dobbel, Hobbel, Gockel, ach nein, Kobold Hoggle, der ihr Begleiter wird. Aber kann sie ihm trauen? Kann sie das „Moor des ewigen Gestanks“ überwinden? Wird Koboldkönig Jareth in seinen Strumpfhosen, wenn er nicht gerade singt, seine Macht ausüben und Sarah daran hindern können, ihm Baby Toby wieder zu entreißen? Am meisten macht Sarahs Weg durch das Labyrinth, den Wald und das Moor Spaß, weil die Kulissen lieblich gestaltet sind. Handarbeit. Bowie steuerte Songs zum Soundtrack bei.

5. Ein ungezähmtes Leben (USA 2005)

Der alternde Farmer Robert Redford trauert in der Einöde Wyomings um seinen toten Sohn und tröstet sich mit Alkohol. Nur sein Farmarbeiter und Freund Morgan Freeman hat Zugang zu dem Einsiedler. Nach einem Bärenangriff bedarf Freeman der Pflege, und Redford kümmert sich um ihn. Der Bär vegitiert derweil gefangen in einem Zookäfig vor sich hin. Eines Tages taucht Redfords Schwiegertochter Jennifer Lopez mit ihrer 11-jährigen Tochter auf und bittet für einige Zeit um Unterschlupf auf der Ranch, nachdem sie vor ihrem gewalttätigen Freund geflüchtet ist. Nur widerstrebend nimmt Redford die Frau seines Sohns auf, denn er gibt ihr die Schuld an seinem Tod. Das Verhältnis zwischen den beiden ist angespannt. Die aufgestauten Emotionen türmen sich so hoch wie die Rocky Mountains, die die Farm umgeben. Bei allem ist Redford überrascht eine Enkeltochter zu haben, und sie ist es, die das Herz des Farmers langsam zu erreichen scheint. Regisseur Lasse Hallström puzzelt nach und nach mit überzeugenden Darstellern ein sehr menschliches Bild von Trauer, Schuld, Verzeihen, Loslassen und Zulassen. Der Bär trauert dabei kaum weniger Mitleid erregend in seinem Käfig als der Mensch in seinem einsamen Haus. In schönen Bildern erzählt, eingebettet in toller Landschaft. Das ist kein Film für Hektiker. Und ich stelle fest, dass mir Jennifer Lopez in den drei Filmen, die ich bisher mit ihr gesehen habe, immer gefallen hat. Hier überzeugt sie in einer ernsten Rolle. In Das Schwiegermonster mit Jane Fonda fand ich sie lustig und unkapriziös.

6. Skyscraper (USA 2018)

Dwayne Johnson agiert als Actiongranate in einem Streifen zwischen Flammendes Inferno und Stirb langsam. Das ist auf jeden Fall spannend und unterhaltsam, egal – oder gerade – wie abstrus manche Szenen sein mögen, der Dwayne scheint über Superman-Kräfte zu verfügen. Wahnsinn, unkaputtbar der Mann, eventuell plumpst ihm höchstens mal die Unterbeinprothese ab. Der ehemalige FBI-Mann arbeitet deshalb als Sicherheitsexperte in einem futuristischen Superhochhaus in Hongkong. Die Sicherheitssysteme des höchsten Hochhauses der Welt können mit einem Tablet gesteuert werden, das der Dwayne nicht ganz freiwillig aus der Hand geben muss. Ein böser Mensch hat es nämlich auf den Tower und dessen Erbauer abgesehen. Weil der Übeltäter die Feuerschutzsysteme außer Kraft setzt, breitet sich ein Feuer im Skyscraper aus. Dwayne muss seine Familie vor der Feuersbrunst retten und nebenher die Terroristen plattmachen. Der Dwayne gewinnt jeden Weitsprungwettbewerb! Granatiert!

7. Blues Brothers (USA 1980)

Boom Boom! Die Blues Brothers sind mir bis jetzt durch die Lappen gegangen. Wieso bloß? Vielleicht liegt es an der ausrangierten Polizeikarre, mit der Dan Aykroyd und James Belushi in Chicago auf die Tube drücken – gefolgt von jeder Menge echter Polizeiwagen, die hinterher haufenweise Totalschrott sind. Elwood (Aykroyd) holt seinen Bruder Jake (Belushi) aus dem Knast ab, und gleich die ersten Szenen begeistern durch die herrliche Bildsprache von Kameramann Stephen M. Katz: So tritt Jake aus einer Art Lichttunnel wieder hinaus ins Leben. Auferstanden von den Toten besteht ihre erste Mission darin, zum Waisenhaus zu fahren, in dem sie aufgewachsen sind. Die Einrichtung hat finanzielle Nöte. Die Brüder wollen helfen, aber die gestrenge Mutter Oberin duldet kein kriminelles Geld. Jake und Elwood wollen ihre frühere Band, die Blues Brothers, reanimieren und ehrliche Kohle verdienen. Dazu müssen sie erstmal alle Musiker zusammentrommeln. Im Partnerlook – Anzug, Hut, Sonnenbrille, alles schwarz – steigen sie in ihren abgerockten Dodge mit dem ganzen Dreck auf dem Amarturenbrett und machen sich auf den Weg. Stoisch und unbeweglich wie Dummys hocken sie in ihrem Vehikel und verziehen keine Miene, wenn eine ganze Polizeiarmada hinter ihnen klebt, die Chicagoer Hochbahn gefühlt durch Elwoods Appartement rauscht oder ihnen irgendetwas um die Ohren fliegt, weil Jakes Verflossene versucht, ihn explosiv aus dem Weg zu räumen. Dazu gibt es musikalische Auftritte von James Brown, Aretha Franklin und John Lee Hooker (Boom Boom). Ich liebe die Crashfahrt durch das Einkaufszentrum. Meisterliche Zeile im Drehbuch: „Scheiße.“ „Was?“ „’Ne Streife.“ „Nein.“ „Doch.“ „Scheiße.“ Scheiße, ist das cool!

8. Hotel Artemis (USA/GB 2018)

Was nach einem sonnigen Griechenlandurlaub klingt, entpuppt sich als dystopisches Szenario in Los Angeles des Jahres 2028. Jodie Foster ist „Die Schwester“ im ehemaligen Hotel Artemis, das in unruhigen und düsteren Zeiten zu einem geheimen Krankenhaus für Verbrecher geworden ist. Der Service richtet sich ausschließlich an zahlende Mitglieder. Die Schwester Jean Thomas agiert wie eine Ärztin, indem sie computergesteuerte Operationsgeräte bedient. Ihr zur Seite steht nur der schrankgroße Krankenpfleger Everest (Dave Bautista). Kurz: Zwei Brüder werden nach einem missglückten Raubzug verletzt aufgenommen, kurz darauf auch Gangsterboss „Der Wolfking“ (Jeff Goldblum), der das Hospital gegründet hat. Die Brüder haben etwas sehr Wertvolles mitgehen lassen, das dem Gangsterboss gehört. Die eingeschleuste Patientin Nice (Sofia Boutella) ist eine Auftragsmörderin. Die Schwester leidet infolge eines Traumas unter Angst und hat das Hotel seit 22 Jahren nicht mehr verlassen. Man stricke das Ganze zusammen. Eingeschaltet wegen Jodie Foster. Dachte, dass Foster ja auch älter geworden ist, aber dankenswerterweise mit ehrlichen Falten ins Alter zu gehen scheint.

9. Der schweigende Stern (DDR/Polen 1960)

Der schweigende Stern ist die Venus. Wissenschaftler finden eine geheimnisvolle Spule, die im Zusammenhang mit einem abgestürzten Raumschiff der Venus steht. Die Botschaft kann nur teilweise entschlüsselt werden, und so macht sich ein internationales Team mit der Raumfähre Kosmokrator auf den Weg zur Venus. Auf ihrer Reise finden sie heraus, dass von dem schweigenden Stern eine Gefahr ausgeht. Jedes Faschingskostüm für Kinder scheint heute aufwändiger geschneidert als die Raumanzüge der Expeditionsteilnehmer, in denen sie wie Teletubbies aussehen. Die Kulissen wirken – aus heutiger Sicht – so hilflos wie faszinierend. Erstaunlich, dass allein blinkende Lämpchen, ein bisschen Aluminium und blubbernder Schlamm ein futuristisches Gefühl erzeugen können. Das Modell der Kosmokrator ist toll retrospacig. Die Dialoge sind eher blutleer, aber vor allem die Erkundung der Venus ist spannend. Was werden die Erdlinge vorfinden? Gibt es Leben auf dem schweigenden Stern? Was hat es mit der Botschaft auf der Spule auf sich? Das erfolgreiche Science-Fiction-Abenteuer der DEFA spielt nicht weit entfernt im Jahr 1970 vor dem Hintergrund des Kalten Kriegs. Die Furcht und Mahnung vor einem atomaren Angriff steht im Mittelpunkt der Handlung. Grundlage bildete der Roman Die Astronauten des polnischen Schriftstellers Stanislaw Lem. 

10. The Frighteners – Herr der Geister (Neuseeland/USA 1996)

Diese Horrorkomödie mit Michael J. Fox als Geisterjäger hatte ich gar nicht mehr auf dem Schirm, wahrscheinlich nicht von ungefähr, denn das ist nicht Fox’ bester Film: Frank Bannister (Michael J. Fox) kann nach dem Unfalltod seiner Frau Geister sehen und setzt diese Fähigkeit mithilfe dreier Gespenster nicht ganz redlich ein, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Als sein letzter Kunde stirbt, gerät er unter Mordverdacht. Die hübsche Witwe (Trini Alvarado) des Verstorbenen glaubt an Bannisters Unschuld, und die beiden bändeln an. Außerdem hat Frank es mit einem Massenmörder zu tun, der auch als Geist noch sein Unwesen treibt. Der Plot nervt durch die tönenden, sich oft schreiend gebärdenden Geister, und ich mag diesen Special Agent (Jeffrey Combs) nicht. Außerdem sind Fox’ Haare zu kurz geschnitten. Aber keiner küsst ein Mädchen im Film so zart wie Fox. 

11. Elle (F/D 2018)

Selbstbewusst führt Isabelle Huppert ein Unternehmen für Computerspiele und behauptet sich gegenüber den jungen Techniknerds ihrer Firma. Eines Tages bricht ein maskierter Mann in ihr Pariser Haus ein und vergewaltigt sie brutal. Als wäre ihr das Geschirr nur versehentlich aus der Hand gefallen, kehrt sie die Scherben des Kampfes auf und entsorgt die Splitter im Mülleimer. Anschließend nimmt sie ein Bad. Hat die Vergewaltigung Spuren in ihr hinterlassen? Es muss so sein, und ist es nicht vielmehr der in ihr hinterlassene Scherbenhaufen, den Michèle Leblanc da zusammenkehrt? Scheinbar ungerührt von dem Vorfall, geht die spröde Frau ihren gewohnten Tagesgeschäften nach und erzählt nur ihren engsten Freunden beiläufig bei einem Essen, was ihr zugestoßen ist. Aus einem persönlichen Grund schaltet Michèle die Polizei nicht ein. Der Angreifer bedroht sie weiter mit Textnachrichten. Michèle besorgt sich Pfefferspray und eine Axt. Ich glaubte, Elle erzähle von einer Frau und ihrem Umgang mit dem traumatischen Erlebnis der Vergewaltigung. Paul Verhoeven (Basic Instinct) tut dies auf eine drastische und – vielleicht kann man es so sagen – unerwartet abgründige und keinesfalls leichtgängige Weise. Alles ist zu krass in Elle: Die Lebensgeschichte der Michèle Leblanc, die Beziehung zu ihrer Mutter und ihrem Sohn sowie dessen Beziehung zu seiner Freundin. Es kann eine Menge diskutiert und psychologisiert werden über Elle. Die Liste der Auszeichnungen für das Drama ist lang. Ohne Frage ist Hupperts Darstellung gewagt und eindrucksvoll, in welche Richtung man dies auch empfinden mag: Elle ist Geschmacksache, man kann und darf geteilter Meinung sein. Christian Berkel ist als Unsympath dabei. Außerdem spielen Laurent Lafitte, Virginie Efira, Anne Consigny und Charles Berling. Der Film basiert auf dem Roman Oh… von Philippe Dijan.

12. Joyride – Spritztour (USA 2001)

Es ist nur ein Streich junger Männer: Die Brüder Paul Walker und Steve Zahn sind in einem 71er Chrysler Newport on the road in Wyoming. Aus Langeweile albern sie mit dem Funkgerät herum: Paul Walker lockt mit verstellter Stimme als vermeintliche Frau einen Trucker zum Date in ein Motel. Sie lotsen ihn in ein falsches Zimmer und belauschen aus dem Nachbarzimmer, wie der Lastwagenfahrer das Erwartete nicht vorfindet. Irgendetwas passiert in dem Zimmer. Am nächsten Morgen wird der Zimmernachbar halb tot von der Straße gesammelt. Die Polizei hat Fragen an die Brüder, die es bald sehr mit der Angst zu tun bekommen werden, denn der Trucker kommt ihnen auf die Spur. So ähnlich wie Duell, ein Roadmovie mit cooler Benzinkutsche, Landschaft, Highways und einem Motel im Regen mit Neonreklame. Tolle Optik. Und spannend. 

13. Money Train (USA 1995)

Na ja: Wesley Snipes und Woody Harrelson quasseln den Zuschauer gnadenlos nieder. Die Filmlocation ist top: Die beiden Adoptivbrüder arbeiten nämlich als Polizisten undercover im Untergrund der New Yorker U-Bahn. Der Chef hat sie auf dem Kieker, sein Augapfel ist der Geldzug, der regelmäßig im Tunnel pendelt. Harrelson hat Spielschulden, die Brüder geraten in Konflikt. Ihr Disput wird durch die hübsche neue Kollegin (Jennifer Lopez) größer. Harrelson will den Geldzug überfallen. Die Handlung ist nicht gerade von Intelligenz geprägt, aber Jennifer Lopez ist mir ein weiteres Mal positiv aufgefallen – und die U-Bahn-Kulisse.

14. Madame Bovary (F 1991)

Isabelle Huppert ist Gustave Flauberts Madame Bovary, die unglückliche Frau eines Provinzarztes, die literarischen Weltruhm erreicht hat. Sie nimmt sich einen Liebhaber und verschuldet sich für Tand und schöne Kleider. Ihrem Unglück vermag sie nicht zu entkommen und geht daran zugrunde. Claude Chabrol inszeniert die Leiden und Sehnsüchte der jungen Frau mit Wiedererkennungswert zum Roman von 1857. Flaubert wurde für Madame Bovary wegen des Verstoßes gegen die guten Sitten vor Gericht gestellt, aber freigesprochen. Huppert gibt eine dramatische Vorstellung. Ihre Schluss-Szene packt den Betrachter ebenso entsetzlich wie Flaubert sie in seinem Roman beschreibt.

15. Die fabelhafte Welt der Amélie (F/D 2001)

Ich gehöre zu denen, die Amélie nicht so sehr verzaubert. Weil Yolande Moreau als Concierge mitspielt, habe ich mir den Film noch einmal angesehen. Moreau gefällt mir darin am meisten. Wenn Amélie (Audrey Tautou) mit ihren schwarzen Kulleraugen groß dreinschaut, erscheint mir ihr Blick eher nichtsagend als vielsagend. Die Filmmusik nervt durchgehend und ist zu laut über Dialoge und Erzähler gelegt. Die Geschichte eines kontaktscheuen Mädchens, das zum Engel für andere Menschen wird, liegt mir nicht. Interessant finde ich die Frage, weshalb jemand zerrissene Passfotos von fremden Menschen aufsammelt, sie wieder zusammensetzt und in ein Album klebt.  

Und außerdem:

Die Serie Die Bergpolizei mit Terence Hill, über die ich hier schon einmal ausführlicher erzählt habe.

Und Columbo darf nicht fehlen. Über Falks Schaffen und sein Buch Just One More Thing habe ich hier berichtet.

Meine Durchgezappt-Liste für August 2021 ist hier zu finden.

Und was hast Du so geguckt?

Durchgezappt im August 2021

Auch im August habe ich mich wieder durch das Fernsehprogramm gezappt und einige Filme angeschaut. Darunter waren bissige Zombies, Haie und Alligatoren, Die Figuren Nana und Jean Valjean aus Romanklassikern, ein Mops, Miss Marple, zwei ausgesprochen berührende Filme über einen Rodeo-Reiter und eine französische Malerin sowie eine überraschend gelungene Fortsetzung eines Science-Fiction-Klassikers. Mein Bildungsprogramm des Monats setzt sich wie folgt zusammen:

1. Blade Runner 2049 (USA/GB/Kan 2017)

Skeptisch und gespannt war ich auf die Fortsetzung von Blade Runner (1982) und dachte, das kann ja nix werden. Nun gefällt mir das Sequel mit Ryan Gosling wider Erwarten so gut, dass ich erneut reingeschaut habe. Die Referenzen an das Original hinsichtlich Filmmusik und Atmosphäre sind gelungen und die Geschichte glaubwürdig weitererzählt. Glücklicherweise versucht der 2049er Runner nicht, das Original zu kopieren oder zu übertrumpfen und steht überzeugend für sich. Er fällt aber in der Tiefe zur Frage, was den Menschen von der Maschine unterscheidet, gegenüber dem Klassiker ab. Harrison Ford nicht auf Biegen und Brechen als Hauptdarsteller zu besetzen, sondern ihn relativ spät, aber eindrücklich auftreten zu lassen, ist eine gute Entscheidung der Filmemacher gewesen. Blade Runner basiert auf dem Roman Träumen Androiden von elektrischen Schafen? von Philip K. Dick aus dem Jahr 1968. Sehens- und lesenswert!

Graffiti Don't trust the TV

2. Nana (F/It 1955)

Diese Filmversion mit Martine Carol und Charles Boyer lässt nur das Grundgerüst des Romans von Emile Zola übrig, ist aber durchaus passend dargestellt: Die Dirne Nana bezirzt im Revuetheater als Die blonde Venus Männer mit ihren körperlichen Reizen und verwöhnt die reichen Herrschaften auch abseits der Bühne. Sie lässt keine Möglichkeit aus, die Freier seelisch und finanziell auszunehmen. Graf Muffat verfällt ihr und verausgabt sich, wodurch der Mätresse ein kostspieliger Lebensstil gepaart mit gesellschaftlichem Aufstieg möglich wird. Weder für Nana noch für den Grafen nimmt dieses Unglück ein gutes Ende. Hier findet Nana ein vom Roman abweichendes, wohl filmischeres und einfacher zu erzählendes Ende. Nana ist Teil des Zyklus Die Rougon-Macquart, der 20 Romane Zolas umfasst: Der Totschläger erzählt Nanas Vorgeschichte als Kind einer Wäscherin und eines Trinkers: sie endet als Straßendirne. Hieraus wird Nanas Weg und Umgang mit Männern deutlich. 

3. Der Fall Collini (D 2019)

Ferdinand von Schirach steht noch auf meiner Leseliste, denn der frühere Strafverteidiger erklärt wie kein anderer die Juristerei – vor allem zeigt er Diskrepanzen auf. Der Film entstand nach seinem gleichnamigen Roman: Scheinbar grundlos tötet Fabrizio Collini (Franco Nero) den Industriellen Meyer (Manfred Zapatka) und stellt sich anschließend der Polizei. Er wird des Mordes angeklagt. Der junge unerfahrene Anwalt Caspar Leinen (Elyas M’Barek) wird als Pflichtverteidiger bestellt und deckt die tragischen Beweggründe der Tat auf. Schirach lässt den Prozess geschickt enden, so dass für den Leser und Zuschauer die Frage im Raume steht: Wie würden Sie entscheiden? Es spielen außerdem: Heiner Lauterbach und Alexandra Maria Lara. Hintergrund der Geschichte bildet der sogenannte Verjährungsskandal, der auf das Einführungsgesetz zum Gesetz über Ordnungswidrigkeiten (EGOWiG) von 1968 zurückgeht. Hiernach war es nicht möglich, Verbrechen aus der Zeit des Nationalsozialismus zu ahnden, weil durch die Bestimmungen des Gesetzes bereits Verjährung eingetreten war.

4. 25 km/h (D 2018)

Die Brüder Bjarne Mädel und Lars Eidinger, beide mittleren Alters und von unterschiedlichem Wesen, haben sich entfremdet. Mädel blieb beim zuletzt pflegebedürftigen Vater im Elternhaus, Eidinger zog für die Karriere hinaus in die Welt. Nach dem Tod des Vaters sehen sich die Brüder nach langer Zeit zum ersten Mal wieder und beschließen, einen Jugendtraum in die Tat umzusetzen: Auf Mofas fahren sie mit titelgebenden 25 km/h quer durch Deutschland, wobei sich ihre Konflikte ungebremst offenbaren. Gleichzeitig kommen sich die Brüder wieder näher. So ganz mitgerissen hat mich der Film nicht, obwohl ich Bjarne Mädel gern zusehe und Eidinger Extreme beherrscht. Ich kann nicht genau sagen, warum ich diesen Film nicht besonders mochte, ihn aber auch nicht völlig schlecht fand, da er einige lustige Momente bietet. Vielleicht liegt es an der mir ferne(re)n Gefühlswelt der Brüder, der Männer, und ihrer (männlichen) Ansicht über das Leben und die Frauen sowie ihr Verhältnis zueinander. Männerprobleme halt. Gleichwohl: Der Weg ist das Ziel!

5. Ein Mops zum Verlieben (GB 2018)

Beattie Edmondson, von ihrem Freund sitzengelassen, erbt von ihrer Großmutter einen eigenwilligen Mops. Das Leben der jungen Lehrerin ist fortan chaotischer, denn Mops Patrick stellt so einiges an und guckt jedes Mal soo niedlich und unschuldig mit seinem Mopsgesicht durch die Gegend. Im Park verhilft ihr das pummelige Hündchen zu Männerbekanntschaften. Da ist Tierarzt Oliver sowie Ben, der Vater einer ihrer Schülerinnen. Na, wer von beiden macht wohl das Rennen bei der Mopshalterin, die ihrerseits, nur ungern, auf Wunsch einer Kollegin für einen Wohltätigkeitslauf trainiert? Ach, eigentlich ist das ein sorgenfreier netter kleiner Film mit Sommer, Sonne, bunten Farben, Romantik und einem Mops.  

6. Jeder gegen Jeden (Spanien 2016)

Ich mag doch U-Bahnhöfe so: die Atmosphäre, die Architektur, die Züge, eine kleine Parallelwelt. Da musste ich einfach einschalten: Eine Gruppe von Räubern plant, nach dem Bruch durch einen unterhalb der Bank gelegenen U-Bahn-Tunnel zu fliehen. Ausgerechnet am Tag ihres Raubzugs schüttet es in Valencia wie aus Eimern. Gleichwohl verspricht die protzig mit Marmor vertäfelte Bank reichlich schnöden Mammon. Fette Beute also für Anführer Uruguayo (Rodrigo de la Serna) und seine Helfer. Ziel der Räuber ist der Tresor mit den Schließfächern. Einige Kunden und Angestellte sowie die Leiterin der Bank, Sandra (Patricia Vico), werden als Geiseln festgehalten. Sandra hat schon vor Eintreffen der Räuber schlechte Laune, da ihre Kündigung im Raume steht. Sie fühlt sich deswegen der Bank nicht mehr sehr verbunden und schlägt Räuber Gallego (Luis Tosa) einen Deal vor. Bald belauern und misstrauen sich Uruguayo und Gallego. Jeder scheint eigene Ziele zu verfolgen, aber in Wahrheit geht es um etwas noch viel Brisanteres. Blöd nur, dass der U-Bahn-Tunnel durch den Regen geflutet ist und eine Flucht unmöglich macht. Vergiss Hollywood, Blockbuster kommen jetzt aus Spanien. Mittig flaut der Starkregen etwas ab, und es nieselt etwas, aber die Verhandlungen der Geiselnehmer mit der Polizei sind spannend und geraten zum Nervenpoker: Wer sitzt am längeren Hebel? Werden die Räuber aus der Bank entkommen können?

7. Leave No Trace – Meine Wildnis (USA 2018)

Will (Bill Foster) lebt mit seiner 13 Jahre alten Tochter Tom (Thomasin McKenzie) im Wald in der Nähe von Portland in Oregon. Sie leben nicht etwa in einer Waldhütte, sondern in einem provisorischen Verschlag. Ein Zelt und Schlafsäcke, ein paar Utensilien zum Kochen, ein Schachspiel und einige Bücher, aus denen Tom lernt, zeugen von einem früheren Leben in der Zivilisation. Will ist kein überzeugter Naturbursche, dennoch scheint es sein fester Wille, allen Widrigkeiten zum Trotz frei zu leben. Gerade ob der offensichtlichen Nachteile des ungeschützten Lebens in freier Natur muss Will einen besonderen Grund haben, es vorzuziehen von den Menschen zurückgezogen zu leben. Nur selten begeben sich die beiden in die Stadt, um ein paar Lebensmittel zusätzlich zu ihrer Nahrung, die ihnen die Natur schenkt, zu erwerben. Woher das Geld stammt, erklärt der Film, es soll nicht verraten werden. Eines Tages werden Vater und Tochter entdeckt. Sie geraten in die Fänge der Behörden und müssen psychologische Fragebögen beantworten. Wohlwollend werden Sie an einen Farmer vermittelt, der ihnen ein Häuschen zur Verfügung stellt. Im Gegenzug soll Will helfen, Weihnachtsbäume zu fällen. Während Tom sich unter Menschen gut zurechtfindet, werden Wills Schwierigkeiten offenbar. Er möchte in den Wald zurück. Ein Mensch kann seelisch so schweren Schaden nehmen, dass er es schlicht nicht mehr erträgt, unter Menschen zu sein. Wills Entscheidung ist für mich nachvollziehbar, für seine Tochter aber weitreichend.

8. The Awakening – Geister der Vergangenheit (GB 2011)

Das ist ein nostalgischer Geister-Gruselfilm, dessen Schauplatz ein einsam gelegenes britisches Internat bildet. Die Sonne scheint nie auf das graue Gemäuer, hinter dessen Fassade ausschließlich Jungen unterrichtet werden. Wir schreiben das Jahr 1921: Ein Schüler kommt auf mysteriöse Weise zu Tode. Zuvor sei ihm ein Geist erschienen. Der Lehrer Robert Mallory (Dominic West) bittet die junge Wissenschaftlerin Florence Cathcart (Rebecca Hall) an das Internat, um der Sache auf den Grund zu gehen. Florence glaubt nicht an Geister und hat es sich zur Aufgabe gemacht, derlei Behauptungen wissenschaftlich zu widerlegen. Sie platziert Messgeräte in den Fluren und Zimmern des Internats, um den geheimnisvollen Vorgängen auf die Spur zu kommen. Die Geschehnisse haben mit ihr persönlich mehr zu tun als ihr bewusst ist und plötzlich sieht auch Florence einen Geist. Hui Buh! Der Film ist eher mäßig spannend in mild gruseliger Atmosphäre. Interessant ist, dass im Jahre 1921 eine selbstbewusst auftretende Frau wissenschaftlich agiert und moderne technische Apparaturen ihrer Zeit benutzt. Florence setzt zum Beispiel die damals noch verhältnismäßig junge Fotografie ein und entwickelt in der Dunkelkammer Fotos. Sehr analog! 

9. Heartbreakers – Achtung: Scharfe Kurven (USA 2001)

Sigourney Weaver und Jennifer Love Hewitt bilden ein attraktives Mutter-Tochter-Gespann: Mutter verheiratet sich mit reichem Ray Liotta. Tochter lässt den Angetrauten untreu werden. Mutter lässt sich gewinnbringend scheiden. Mutter heiratet als nächstes Gene Hackman. Liotta will Weaver zurückgewinnen. Für’s Geschäft gar nicht gut, wenn plötzlich sowohl bei Mutter als auch Tochter echte Gefühle für ihre Kerle im Spiel sind. Weaver ist kess, sexy und frech, ungewohnt, wenn man sie vor allem mit Alien in Verbindung bringt. Die Komödie hat ein paar Momente, liegt mir aber insgesamt nicht besonders.

10. Cocoon (USA 1985)

Cocoon gehörte nie zu meinen Lieblingsfilmen und dabei bleibt es, nachdem ich ihn mir nach langer Zeit in Erinnerung gerufen habe: Eine Gruppe Senioren geht in Nachbarschaft zu ihrem Altenheim heimlich im Pool einer leerstehenden Villa schwimmen. Im Schwimmbecken sind eigenartige Rieseneier versenkt. Die Herren entdecken plötzlich die verjüngende Wirkung des Bades. Als erstes bemerken sie natürlich eine Wirkung ähnlich Viagra. Auch sonst fühlen sich die Alten fitter und unternehmungslustiger. Das kann nicht von dieser Welt sein! Irgendwie mag ich’s nicht so. Ok, als Steve Guttenberg die schöne Passagierin seines Schiffs beim Ausziehen beobachtet und seine Erwartungen übererfüllt werden, das ist schon recht witzig.

11. Die Toten von Salzburg – Treibgut (Ö 2021)

Die Krimireihe sehe ich mir wegen Salzburg an, weil ich die Stadt ganz gut kenne und dann immer rate und gucke, wo sich Major Palfinger (Florian Teichtmeister), der österreichische Ermittler im Rollstuhl, und Kommissar Mur (Michael Fitz), der meist mürrische deutsche Ermittler, gerade so bewegen und zu tun haben. In dieser Folge wird eine tote Stadtführerin in einem Koffer ans Ufer der Salzach geschwemmt. Ich find’s leider a bissl fad. Mein Vorschlag für eine Folge: Die Ermittlungen führen die Kommissare zu den Sehenswürdigkeiten der The Sound of Music-Tour: Tote sind im Stift Nonnberg, im Park Hellbrunn und Schloss Leopoldskron zu beklagen. Wer ist der kaltblütige Sound of Music-Killer? Welches Motiv hat er? Wird er so viele Menschen töten wie die Trapp-Familie Kinder hatte oder können ihn Palfinger und Mur vorher aufhalten? Übrigens: Die Mozartkugel ist auch noch nicht Gegenstand irgendwelcher Ermittlungen geworden. Manche würden für die Schoko-Nougat-Marzipan-Pistazien-Kugel töten!

12. London Boulevard (USA/GB 2010)

Einmal Gangster immer Gangster? Colin Farrell wird aus dem Knast entlassen und möchte seine kriminelle Vergangenheit hinter sich lassen. Durch seinen Kumpel gerät er in den Dunstkreis eines Gangsterbosses, der ihn anwerben möchte. Farrell lehnt ab und wird Bodyguard der berühmten Schauspielerin Keira Knightley. Als sein obdachloser Freund getötet wird, will Farrell Rache. Der Gangsterboss lässt ihn nicht in Ruhe und kennt keine Gnade. Fazit: Leichen pflastern seinen Weg! Aber Farrell als einsamer Antiheld ist eine Schau. Hot!

13. Agatha Christie’s Marple (GB 2004 – 2013)

Ich bin mal wieder spät dran, denn ein paar Jahre gibt es diese Miss Marple-Reihe ja schon. In letzter Zeit habe ich einige Episoden mit Geraldine McEwan als Miss Marple angesehen, darunter 16 Uhr 50 ab Paddington, Bertram’s Hotel oder Das Geheimnis von Sittaford. Miss Marple ermittelt hier in den 1950er Jahren. Die Serie ist liebevoll ausgestattet und produziert. Besonders augen(ge)fällig ist die elegante und kreative Kameraführung, die effektvolle Perspektiven findet.

14. Endzeit (D 2018)

Zombie-Filme gucke ich eher nicht. Menschen sind auch ohne dies oft zum Fürchten, finde ich. In dieser Endzeit gibt es nach einer Zombie-Apokalypse einzig in Weimar und Jena Überlebende. Wer in Weimar von einem Zombie angeknabbert wird, wird abgeknallt. In Jena wird ein Gegenmittel gesucht. Zwischen den Städten pendelt ein führerloser Schienenbus zum Austausch von Waren. Die 22-jährige Vivi (Gro Swantje Kohlhof) springt auf den Zug auf, um nach Jena zu gelangen. Auch die etwas ältere und forschere Eva (Maja Lehrer) ist an Bord mit dem gleichen Ziel. Leider bleibt der Schienenbus plötzlich auf offener Strecke stehen. Die beiden müssen zu Fuß weiter, und ein paar Zombies sind natürlich auch unterwegs. Ausgerechnet in Weimar und Jena haben Menschen überlebt? Ich bin in der Nähe, da kann ich einer Zombiepandemie vielleicht beruhigter entgegensehen. Womöglich schaffe ich es auch zu Fuß nach Jena. Von dort stammt nämlich Olivia Vieweg, auf deren Comic mit dem gleichen Titel der Film basiert. Endzeit ist ein kontemplativer, recht ruhiger Horrorfilm mit mystischen Elementen. So trifft Vivi auf eine Art Elfen-Frau, deren Gesicht halbseitig von einer rankenden Grünpflanze eingenommen und mit ihr verwachsen zu sein scheint. Die Zombies hingegen – ich kenne mich da nicht so aus, mir ist noch keiner begegnet – attackieren auf typisch blutige und bissige Weise und wecken einen wieder etwas auf. Anders als in gängigen Zombie-Szenarien sind Vivi und Eva nicht bis an die Zähne bewaffnet, sondern sind den Zombiebiestern auf ihrem Weg weitgehend schutzlos ausgeliefert. Der Film hat was. Ich habe mich ein wenig gewundert, wie lange der Akku in Evas Kamera durchhält.

15. Les Misérables (1998 GB/D/USA)

Gérard Depardieu bleibt für mich der einzig wahre Jean Valjean, doch Liam Neeson darf sich gern dicht hinten anstellen! Diese Version in Spielfilmlänge entstand zwei Jahre vor dem Vierteiler mit Depardieu und muss zwangsläufig mit starker Verknappung und leichten Änderungen des Stoffs daherkommen. Dennoch bleibt der Kern der Geschichte von Victor Hugo passabel erhalten. Neeson passt und gefällt mir gut als Valjean. Wenngleich er forscher und aggressiver auftritt als der Valjean aus dem Roman, besitzt er das nötige Charisma für die tragische vom Schicksal belastete Figur. Uma Thurman leidet als Fantine, Geoffrey Rush ist als Inspector Javert Valjean auf den Fersen und Claire Danes ist als Cosette zu sehen. Ja, Neeson war schon vor seiner Karriere als Actionheld in guten Filmen zu sehen.

16. Zeugin der Anklage (USA 2016)

Die Neuverfilmung konzentriert sich auf die Beziehung des Verteidigers zum Angeklagten und die Lebenssituation des Anwalts, insbesondere dessen Beziehung zu seiner Frau. Der Kern des Krimis, der auf einer Kurzgeschichte beziehungsweise Theaterstück von Agatha Christie basiert, bleibt zwar erhalten, die Gerichtsverhandlung macht aber viel weniger von der Spannung und Raffinesse des Originals von Billy Wilder aus. Die grünstichige trübe Sepia-Optik hat mir überhaupt nicht gefallen. Ich hatte immer das Gefühl, durch eine bemoste Fensterscheibe auf das Geschehen zu schauen.

17. Ödipussi (D 1988)

„Guck mal Frau Tietze“, Vicco von Bülow alias Loriot und Evelyn Hamann kommen sich trotz dominanter Mütter näher, auch wenn sie sich „vom psychologischen Standpunkt“ aus nicht ganz einig sind über Farben für Sofabezüge. Wenn ich da mal „ein frisches Steingrau“ empfehlen darf? „Wie ist doch die Erde so schön, so schön!“, wenn diese Komödie im Programm läuft. Die „Hundnase“ riecht schon das lecker „aufgebratene Püree“, das es dazu gibt. Unsterblicher Humor weit entfernt von „Mausgrau, Staubgrau, Aschgrau, Steingrau…“ Aber Achtung: Bloß kein Violett!

18. The Rider (USA 2017)

Cowboys weinen nicht! Der Titel eines Jugendbuchs von Jo Pestum kam mir in den Sinn bei diesem Neo-Western, der die Geschichte eines Rodeo-Reiters aus South Dakota erzählt. Der junge Pferdetrainer hat sich bei einem Sturz eine schwere Kopfverletzung zugezogen und darf nicht mehr reiten. Doch er hat nichts anderes, die Pferde sind sein Leben. Brady (Brady Jandreau) hat so viel seelische Last zu tragen, dass sie ihn erdrücken könnte. Tapfer hält Brady in der von harten Männern geprägten Rodeo-Welt dagegen. Sein Vater scheint gleichgültig und mit eigenen Problemen beschäftigt, und so übernimmt Brady Verantwortung für seine jüngere geistig behinderte Schwester. Außerdem kümmert er sich liebevoll um seinen besten Freund, der nach einem Rodeo-Unfall fast vollständig gelähmt im Rollstuhl sitzt. Der Hauptprotagonist Brady Jandreau ist Laiendarsteller und spielt in Grundzügen seine eigene Geschichte, was den Film authentisch macht. Auch sein Vater und eigene Schwester spielen sich selbst. Sein Freund Lane Scott ist tatsächlich ein ehemaliger Champion im Rodeo, aber nach einem Autounfall körperlich beeinträchtigt. Sehr bewegend, bedrückend und melancholisch. Mit Nachhall. Ruhig erzählt in epischen, aber nicht kitschigen Bildern. Gemacht von einer Frau. Buch und Regie von Chloé Zhao. Der beeindruckendste Film seit langem. So schön, dass man ihn wie ein gutes Buch ins Regal stellen möchte.

19. Séraphine (F/B 2008)

Die hierzulande wenig bekannte belgische Schauspielerin Yolande Moreau mochte ich neben Gérard Depardieu in Mammuth richtig gern. Sie ist sympathisch und witzig, ihr Spiel berührend. Moreau ist (m)ein Geheimtipp: Diesen Film über das Leben und Schaffen der französischen Malerin Séraphine Louis habe ich nach einigen Jahren zum zweiten Mal angesehen. Séraphine zählt zu den bedeutendsten Künstlerinnen der naiven Malerei Frankreichs. Ihre Motive stellen häufig Blüten und Blätter in kräftigen leuchtenden Farben dar in überschwenglicher Anordnung oder stattliche Bäume auf zumeist dunklem Grund. Der deutsche Kunstsammler Wilhelm Ude (Ulrich Tukur) bemerkt 1912 während seines Frankreich-Aufenthalts in Senlis das künstlerische Talent seiner Zugehfrau Séraphine (Yolande Moreau) und fördert sie. Später leidet Séraphine zunehmend unter Wahnvorstellungen. Moreaus Spiel ist über weite Strecken von stiller rein darstellerischer Kraft. Wenn sie an der Staffelei steht und malt, entsteht beim Betrachter ein Bild, ohne dass er sehen könnte, was sie gerade auf die Leinwand bringt. Wenn sie mit einem Stuhl in der Hand auf den imposanten Baum zugeht, spürt man, welch immense Bedeutung der Baum für sie hat. Ganz toll! Moreau gewann den César als beste Hauptdarstellerin.

20. Meg (USA/China 2018)

Meg? Meg Ryan? Nein, Jason Statham hat es mit einem Megalodon zu tun, so ein Riesenhai aus der Urzeit. Der Knorpelfisch gilt eigentlich als ausgestorben, dabei wissen es einige Tiefseeforscher und Jason Statham besser: Der Megahai von der Größe eines Tankers beißt sich beinahe durch die Unterwasser-Station der Meeresforscher und verschluckt schon mal ein Tauchboot oder ein paar Menschen. Das ist lustig an Stellen anzusehen, die eigentlich nicht lustig gemeint sind und weniger lustig dort, wo es sehr wohl lustig gemeint sein soll. Spätestens das Ende ist einem Film aus der Sharknado-Reihe würdig. Um es mit den Worten Martys in Zurück in die Zukunft II zu sagen: „Der Hai sieht immer noch aus wie eine Attrappe!“ Trotzdem mega unterhaltsam.

21. Crawl (USA 2019)

Noch ein Horrorfilm mit bissigen Tierchen: Fies große Alligatoren haben sich während eines Hurrikans über Florida im großen Keller eines Hauses verkrochen. Haley (Kaya Scodelario) macht sich Sorgen um ihren Vater (Barry Pepper) und findet ihn ohnmächtig im Keller seines Hauses. Das Auge des Hurrikans naht und bringt eine Menge Regen mit. Bald bemerkt Haley, dass sie und ihr Dad nicht allein sind im Keller. Die Riesenschnapper versperren ihnen den Ausweg. Das Wasser steht Haley bis zum Hals und das Kroko lauert. Hier und da gehen bei einigen Protagonisten ein paar Körperteile verloren. Bloß nicht kopflos werden! Aber vielleicht kommt es Haley zugute, dass sie eine schnelle und professionelle Sportschwimmerin ist. Gott sei Dank hat sie im Haus eine Badewanne mit Duschkabinen-Türen!

Und was hast Du so geguckt?

Meine Juli-Liste ist hier zu finden.

Serienmittwoch: Katastrophenfilme

Beim Serienmittwoch fragt Corly heute: „Mögt ihr Katastrophenfilme?“ Da sage ich: „Ja!“ Besonders gefallen mir die Klassiker des Genres.

Die Airport-Reihe hebt zuerst ab. Der erste Teil Airport aus dem Jahr 1970 und der dritte Teil Airport 77 – Verschollen im Bermuda-Dreieck sind meine Favoriten: Harte Kerle, schöne Frauen, Stars, Schicksale, Drama, Humor – auch unfreiwillig, Klischees, starke Kinobilder und spannende Unterhaltung vor Styropor-Schneegestöber. Bitte anschnallen und das Rauchen einstellen! Ruhig bleiben!

Ein weiterer Flugzeugkatastrophen-Lieblingsfilm von mir ist Starflight One – Irrlug ins Weltall aus dem Jahr 1983. Die Starflight One ist ein Überschallflugzeug, das nach einer Kollision mit Trümmerteilen in den Weltraum abdriftet. Colt Seavers Lee Majors ist der Captain an Bord. Über Starflight One habe ich mich kürzlich hier ausführlicher ausgelassen.

Zu den starbesetzten Klassikern zählt auch Erdbeben von 1974. Ein schweres Beben erschüttert Los Angeles. Wird der Staudamm halten? Weit ab von digitalen Spezialeffekten beeindruckt der Film mit realistisch wirkenden Effekten, die den Fernsehsessel gleich miterzittern lassen.

Noch so ein Ding aus dem Jahr 1974 ist Flammendes Inferno. Hier bricht in San Francisco in einem gerade fertiggestellten Wolkenkratzer ein verheerendes Feuer aus, das die Gäste der Einweihungsfeier im 135. Stockwerk einschließt. Neuere Vertreter der Feuerkatastrophen in Hochhäusern sind der südkoreanische Film The Tower (2012) und Skyscraper (2018), in dem Dwayne Johnson als Sicherheitsexperte in einem futuristischen Superhochhaus in Hongkong seine Familie vor der Feuersbrunst retten und nebenher noch ein paar Terroristen plattmachen muss. Einige – unfreiwillige – Lacher hat das Aktionspektakel allerdings inklusive.

Nicht fehlen darf Die Höllenfahrt der Poseidon (1972): Eine Monsterwelle lässt den Luxusdampfer Poseidon kopfüber kentern. Gene Hackman führt eine kleine Gruppe an, die einen Ausweg aus dem Schiff sucht. Was früher unten war, ist jetzt oben. Finde den Weg. Ich bin ab der Sache mit dem Tauchen draußen!

Einen Tunnelblick bekommt man in Daylight (1996) und dem russischen Film Metro – im Netz des Todes (2013). In Daylight gibt Sylvester Stallone den Retter in einem Straßentunnel unter dem New Yorker Hudson River. Nach einem Verkehrsunfall während der Rush Hour kommt es zu einer Explosion, in deren Folge Wasser in den Tunnel läuft. Und dieses Wasser steht den Überlebenden sprichwörtlich bis zum Hals. In Metro bricht ebenfalls Wasser in eine Moskauer U-Bahnstation ein, die sich unter dem Fluss Moskwa befindet, und lässt eine U-Bahn entgleisen.

Eine wahre Katastrophe inszeniert der Film Pompeii aus dem Jahr 2014: 79 n. Chr. bricht der Vesuv aus und begräbt Pompeji unter einer Ascheschicht. Moderne Spezialeffekte lassen die Katastrophe bombastisch und (über)dramatisch lebendig werden. Der Gladiator Milo versucht mit seiner Liebsten Cassia – Tochter des Stadtoberhaupts – zu fliehen. Nicht nur die pyroklastische Welle des Vulkans verfolgt sie, sondern auch Senator Corvus. Der brodelt wie der Vulkan, weil Cassia ihn nicht heiraten will. Sehr eruptiv das Ganze!

Die 5 BESTEN am Donnerstag: Western

Peng! Peng! Peng! Die fünf besten Westernfilme sind heute gefragt von Gina bei ihrer Blogaktion Die 5 Besten am Donnerstag.

Logo der Blogaktion Die 5 Besten am Donnerstag

Gegen Gewalt: Gregory Peck gerät 1958 in Weites Land zwischen die Fronten rivalisierender Cowboys und weigert sich, den Konflikt um eine Wasserstelle mit Gewalt auszutragen. Am Ende erweist er sich als heldenhaftester Mann von allen.

Gnadenloser Ritt der Gefühle: Tommy Lee Jones lässt 2005 in Three Burials – Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada unbeirrt einem ungesühnt erschossenen mexikanischen Einwanderer Gerechtigkeit erfahren. Er will sein Versprechen einlösen und den Freund in seiner Heimat beerdigen. Er zwingt den Mörder, mit ihm und der Leiche quer durchs Land gen Mexiko zu reiten. Verfolgt von der Polizei erschüttert der Mann den Killer auf dem strapaziösen Ritt körperlich und seelisch so sehr, dass er zu einem jämmerlichen Haufen Elend wird und beginnt, seine Tat zu bereuen.

Widersacher in der Einöde Texas: Elizabeth Taylor steht 1956 in Giganten zwischen dem texanischen Großgrundbesitzer Rock Hudson und Öl-Gigant James Dean. Die Kontrahenten können ihre Konflikte bis zum Schluss nicht beilegen. James Dean ist in diesem 3-Stunden-Epos in seinem dritten und letzten Film zu sehen.

Mann gegen Mann: Liam Neeson jagt 2006 in Seraphim Falls Pierce Brosnan durch die bitterkalte Berglandschaft Nevadas. Drei Jahre nach Ende des amerikanischen Bürgerkriegs sinnt Südstaatler Neeson auf Rache. Der Offizier der Nordstaaten, Brosnan, ist verantwortlich für den Tod der Familie des Südstaatlers. Neeson nimmt gnadenlos die Jagd auf und hetzt Brosnan durch die Wildnis.

Bildgewaltige Inszenierung: Charles Bronson spielt 1968 in Spiel mir das Lied vom Tod die Mundharmonika. Eine im Bau befindliche Eisenbahnlinie und deren über Leichen gehende Erbauer, ein Killer (Henry Fonda) und seine Kumpanen und eine schöne Frau (Claudia Cardinale) sind die Zutaten des Italo-Western-Klassikers mit der berühmten Musik von Ennio Morricone.