Bill Murray visualisiert Depression

Bill Murray veranschaulicht eindrucksvoll Depression //

Wie kann man eine Depression erklären? Bill Murray ist hier in Broken Flowers zu sehen. Murray bringt Depression in Jim Jarmuschs Film eindrucksvoll ohne Worte zum Ausdruck:

Der Schriftsteller Stefan Zweig hat in Rausch der Verwandlung folgende Worte gefunden, die den Zustand einer Depression recht passend beschreiben:

Jede Materie trägt bestimmtes Maß der Spannung in sich, über die hinaus sie Steigerung nicht mehr zulässt, das Wasser seinen Siedepunkt, die Metalle ihren Schmelzpunkt, und auch die Elemente der Seele entgehen nicht diesem unumstößlichen Gesetz. Freude kann einen Grad erreichen, in dem jedes Dazu nicht mehr fühlbar wird, und ebenso Schmerz, Verzweiflung, Niedergeschlagenheit, Ekel und Angst. Einmal bis zum Rande gefüllt nimmt das innere Gefäß keinen Tropfen Welt mehr in sich hinein

Aus Rausch der Verwandlung von Stefan Zweig

Das Leben ist kein Ponyhof

Ponyreiter

Das Leben ist kein Ponyhof, sagt man. Nicht eitel Sonnenschein. Und so reitet man durchs Leben. Entspannt und gelassen wie Freizeitreiter. Mit dem Anspruch, jedes Hindernis zu überwinden wie Springreiter, auch wenn gelegentlich eine Stange fällt. Kontrolliert, mit Haltung wie Dressurreiter. Draufgängerisch wie Militaryreiter. Ungezügelt, losgelassen wie Westernreiter. Hastig, atemlos, ohne Stillstand wie Rennreiter. Bodenständig, robust, über Stock und Stein wie Geländereiter. So reitet man dahin, und mancher findet die Freude des Ponyreiters nicht mehr, wenn alles grau und mau ist. Denn das Leben ist kein Ponyhof. Unbeschwert und frei, mit Elan und kreativem Geist wie ein Ponyreiter sollte man dahinreiten. Denn das Leben ist ein Ponyhof.

Text und Foto: Seelenkompott