Seelische Impotenz

Ich merkte, dass ich immer weniger, immer schwächer begehrte, dass eine Art Erstarrung in mein Gefühl gekommen war, dass ich – vielleicht ist es am besten so ausgedrückt – an einer seelischen Impotenz, einer Unfähigkeit zur leidenschaftlichen Besitznahme des Lebens litt.

Aus Amok – Erzählung Phantastische Nacht, Niederschrift eines Barons, veröffentlicht von Stefan Zweig

Saturday Sentence: Ich der Roboter

Der Saturday Sentence stammt aus Ich der Roboter von Isaac Asimov. Der russisch-amerikanische Biochemiker und Autor entwirft eine Zukunft, in der Menschen ganz selbstverständlich mit Robotern umgehen. Die Aufgabe der Mitmachaktion lautet: Blättere in Deinem Buch auf Seite 158 und notiere den 10. Satz.

Buch von Isaac Asimov - Ich der Roboter
Darum geht es bei Isaac Asimov

Isaac Asimov wirft mit diesen erstmals 1950 erschienenen Kurzgeschichten über Robotik einen Blick in die Zukunft, die wir schon oder bald erreicht haben werden. Im Jahr 2057 hat die Psychologin Dr. Susan Calvin 50 Jahre Arbeit bei der U.S. Robot and Mechanical Men Inc. hinter sich und ist erfahren im Umgang mit einfach konstruierten Robotern der ersten Generation bis hin zu komplexen Robotern mit „positronischen Gehirnen“, die „praktisch zu jeder psychologischen Reaktion fähig sind, derer auch ein Mensch fähig ist“. Die Menschen haben in dieser Zukunft längst ferne Planeten erobert, auf denen sie mithilfe von Robotern arbeiten. Asimov prägte die Robotergesetze, wonach das wichtigste, das erste Gesetz, lautet, dass ein Robot niemals einem Menschen Schaden zufügen darf. Nach dieser Regel muss er handeln.

Die Geschichten erzählen vom alltäglichen Umgang der Menschen mit Robotern und den Konflikten, die daraus entstehen können. Dr. Calvin ist immer dann gefragt, wenn die Probleme nicht von den raubeinigen Technikern Powell und Donovan gelöst werden können: Wenn Roboter augenscheinlich unter einer Fehlfunktion leiden und ein Eigenleben zu entwickeln scheinen und den menschlichen Anweisungen nicht mehr gehorchen. Oder handeln Sie schließlich doch nur logisch und entsprechend der Robotergesetze? Asimovs Blick auf die Entwicklung der Robotik, auf Mensch und Maschine, ist ahnend und mahnend zugleich.

Meine erste Berührung mit interstellarer Forschung – das heißt meine erste direkte Berührung -kam im Jahre 2029 zustande, als ein Robot verloren ging

Aus Ich der Roboter von Isaac Asimov

Im Blog Ich lese von Rina bin ich auf den Saturday Sentence aufmerksam geworden. Die Regeln für den Saturday Sentence lauten:

  • Samstags posten
  • Blättere auf Seite 158 in dem Buch, das Du gerade liest, und notiere den 10. Satz
  • Im E-Book wähle die Position 158 aus
  • Du hast noch kein neues Buch begonnen: Wähle den 10. Satz von Deiner aktuellen Seite
Blogaktion Saturday Sentence

Der Mensch aus Sicht eines Roboters

„Schauen Sie sich doch nur einmal selbst an!“, sagte er schließlich. „Ich sage dies keineswegs in verächtlichem Sinn, aber schauen Sie sich doch nur selbst an! Das Material, aus dem Sie hergestellt sind, ist weich und schlaff. Ihm fehlt alle Dauerhaftigkeit und Stärke. Ihre Kraft schöpfen Sie aus der unvollständigen Oxidation organischer Materie, wie etwa solchem Zeug da.“ Er deutete geringschätzig auf die Überreste von Donovans Sandwich. „Periodisch versinken Sie in ein Koma, und die kleinste Schwankung von Temperatur, Luftdruck, Feuchtigkeit oder Strahlungsintensität vermindert Ihre Leistungsfähigkeit. Sie sind ein lächerliches Provisorium.“

Aus Ich der Roboter von Isaac Asimov

Gottes Kreation

Gott ist ein mittelmäßiger Drehbuchschreiber, das ist die Überzeugung, zu der mich meine fast fünfzigjährige Existenz gebracht hat, Gott ist mittelmäßig, seine gesamte Kreation trägt das Mal des Ungefähren und des Misserfolgs, wo nicht schlichtweg der Bosheit, sicher gibt es Ausnahmen, die gibt es zwangsläufig, die Möglichkeit des Glücks muss weiterbestehen, und sei es nur als Köder, aber ich schweife ab […]

Aus Serotonin von Michel Houellebecq

Ungesagtes

Aber mit Ungesagtem lebt es sich nicht gut. Die nie angeschnittenen Fragen und nie ausgesprochenen Worte liegen über dem Boden verstreut wie Glasscherben. Nach ein paar Jahren tut jeder Schritt weh.

Aus Das Leben ist ein listiger Kater von Marie-Sabine Roger