After Yang – Kogonada schickt Colin Farrell auf Seelenexploration

Der aus Südkorea stammende US-amerikanische Regisseur Kogonada schickt Colin Farrell in After Yang auf eine stille emotionale Reise zu sich selbst. Die tiefgehende Seelenschau eines Familienvaters wird ausgelöst durch die im elektronischen Gedächtnis gespeicherten Daten des humanoiden Hausroboters, und diese Erinnerungen scheinen zutiefst menschlich.

Jake (Farrell) führt ein Teegeschäft und lebt mit seiner Familie in einem von Joseph Eichler entworfenen Haus in naher Zukunft. Selbstfahrende Autos und geklonte Menschen sind Realität, ebenso humanoide Roboter. Jake hat mit seiner Frau Kyra (Jodie Turner-Smith) Tochter Mika (Malea Emma Tjandrawidjaja) adoptiert und für sie den Techno-Sapien namens Yang (Justin H. Min) ins Haus geholt, damit dieser Mika etwas über ihre chinesischen Wurzeln und Kultur beibringen kann und ihr Gesellschaft leistet. Und so soll Yang selbstverständlich mit auf das Familienfoto. Die emotionale Bindung der Familie zu ihrem Roboter wird umso deutlicher, als Yang Fehlfunktionen erleidet und offenbar nicht mehr zu reparieren ist. Die kleine Mika ist verzweifelt, alle wollen Yang zurückhaben, doch Jake bleibt nur Yangs Gedächtnisspeicher. 

Mit einer speziellen Brille kann er die darauf enthaltenen Erinnerungen sichten und sein eigenes Leben Revue passieren lassen. Vielmehr noch erkennt er, was ihm im Leben entgangen ist und inwieweit er von seiner Familie distanziert ist. Oft sind es nur kurze Erinnerungsfetzen Yangs von einem Regenbogen, die Frau, die das Kind auf dem Arm trägt oder ein Schmetterling, der davonfliegt. Jake begibt sich auf eine intensive Exploration in sein Inneres. Und der Zuschauer reist mit, zwangsläufig, in sein eigenes Inneres. Aber das eigene Selbst kann so weit entfernt liegen wie ein unerforschter Exoplanet – vielleicht für immer unerreichbar.

Ich sprach davon, dass Yang „Fehlfunktionen erleidet“. Ein Mensch kann leiden. Eine Maschine auch? Auf seiner Erkundung durch die Erinnerungen des Roboters erfährt Jake, dass Yang den Wunsch hatte, echte Erinnerungen und Gefühle, so wie sie Menschen haben, empfinden zu können. Yang ist von einem Menschen kaum zu unterscheiden, trotzdem handelt es sich nur um die schlichte – und fantastische – Funktion seiner lernfähigen KI: In einer philosophischen Teezeremonie zwischen Jake und Yang wirkt der Roboter wissbegierig wie ein Mensch und gelangt zu der Erkenntnis: „Eine Tasse Tee kann die Welt enthalten!“ Und ich möchte einmal mehr mit Colin Farrell Tee trinken:

Der kontemplative, stille und melancholische Science-Fiction-Film ist nach Columbus erst der zweite Film von Kogonada und basiert auf der Kurzgeschichte Saying Goodbye to Yang von Alexander Weinstein, enthalten in der Kurzgeschichtensammlung Children of the New World. In den USA kam After Yang im März 2022 in die Kinos. Ob und wann der Film in deutschen Kinos zu sehen sein wird, ist bislang unbekannt.  

And it’s all very simple, little snippets, three-second snippets of simple things in nature. And it just made me think about my life and my children and the loves that I have and loves that I’ve lost and the loves that I’m going to lose and all that kind of stuff. And what I leave behind. And will somebody cry when I’m gone? And all that self-interested stuff, even what it is to be a human being. That’s an incredibly profound thing.

Colin Farrell

The Banshees of Inisherin – McDonagh vereint erneut Brendan Gleeson und Colin Farrell

Martin McDonagh vereint nach Brügge sehen … und sterben? (2008) in The Banshees of Inisherin erneut Brendan Gleeson und Colin Farrell. Der irische Regisseur und Drehbuchautor entwirft ein interessantes Sujet: Colm (Gleeson) und Pádraic (Farrell) leben auf der irischen Insel Inisheer und sind seit jeher beste Freunde. Eines Tages kündigt der ältere Colm unvermittelt die Freundschaft auf: „Ich mag dich einfach nicht mehr!“, begründet er seine Entscheidung knapp. Der gutherzige, aber einfältige Pádraic versteht die Welt nicht mehr. Ein vielversprechender Trailer vermittelt erste Eindrücke der Tragikomödie:

Die Paarung der Iren Gleeson und Farrell erscheint wieder sehr geglückt. Die beiden harmonieren, wenngleich zwischen ihnen keine Einigkeit herrscht. Pádraics Not ist spürbar, fast unerträglich und grausam. Colms plötzliche Ablehnung weht ihm so kalt ins Gesicht wie der Wind, der von See auf das raue kleine Eiland trifft. Je schroffer Colm ihn zurückweist, desto verzweifelter und wütender versucht Pádraic die Situation zu klären und bleibt bloß ratlos zurück. Er bittet seine Schwester Siobhan (Kerry Condon) um Hilfe. Als Colm droht, sich jedes Mal mit der Schafschere einen Finger abzuschneiden, wenn Pádraic ihn noch einmal anspricht oder nervt, scheint die Lage zu eskalieren. Colms Entscheidung, die Freundschaft aufzugeben, hat nicht nur Auswirkungen auf ihn selber und Pádraic, sondern trifft alle Beteiligten der kleinen Gemeinde.

Welche Beweggründe hat Colm? Er wirkt verschlossen. Die veröffentlichten Filmsequenzen legen nahe, dass Colm sich an Pádraics Stumpfsinnigkeit stört. So beschwert er sich darüber, dass Pádraic ihm zwei Stunden lang erzählt, was er alles in der Scheiße seines kleinen Esels gefunden hat. Auch hat Pádraic keine Ahnung, wer Mozart war. Er hingegen findet, dass Colm ihm nicht richtig zuhört, weil es sich doch um den Misthaufen seines Ponys und nicht um den des Esels gehandelt hat. Der Priester fragt Colm, weshalb er nicht mehr mit Pádraic spricht, und Colm entgegnet, ob das jetzt nicht eine Sünde wäre? 

Ich rätsele und überlege: Pádraic könnte schon länger einiges nicht verstanden haben. Vielleicht hat er die Zeichen, die Colm womöglich gesendet hat, nicht erkannt, seien diese stiller oder direkter Natur. Im irischen Volksglauben ist eine Banshee ein Geist aus einer Parallelwelt. Ihr Erscheinen, ihr Weinen und Klagen kündigt einen bevorstehenden Tod an. Mindestens die Freundschaft zwischen Colm und Pádraic scheint gestorben zu sein. Was, wenn Colm weiß oder befürchtet, dass er bald sterben wird und sich vielleicht Sorgen macht, was aus seinem naiven und bedürftigen Freund wird, wenn er nicht mehr da ist. Ob Colm aus väterlicher Fürsorge handelt? Lässt er Pádraic, weil nichts anderes hilft, eine gewisse Erziehungsmaßnahme angedeihen, um ihn wachzurütteln, damit er menschlich reift? Will er den anhänglichen Freund von sich stoßen, damit diesem sein mögliches Ableben nicht so hart trifft und er bis dahin neue Freunde gefunden hat? Diese Idee gefällt mir am besten, nämlich dass Colm Pádraic im Gegenteil einen wahren Freundschaftsdienst erweist. 

Andererseits könnte der tiefgründigere Colm es schlicht satt haben nach Jahren des geistig wenig regen Austausches mit Pádraic und erträgt dessen Ignoranz nicht mehr. Vielleicht hat er den Wunsch, seinem bisherigen Leben und den begrenzten Möglichkeiten auf der engen Insel ein Stück weit zu entkommen. Auf der Suche nach neuen Impulsen sieht sich Colm vielleicht verhindert, sein Leben zu ändern. Oder hat Colms Verhalten etwas mit seinen Glaubensgrundsätzen zu tun? Und: Was macht Freundschaft aus? Was passiert mit Menschen, wenn diese Verbundenheit wegbricht? Vermag Colm am Ende irgendwie (hoffentlich!) den Wert und die Bedeutung seiner Freundschaft zu Pádraic erkennen? Oder mündet der Konflikt in einen erbitterten Kampf zwischen den beiden bis aufs Blut? Dreht Pádraic den Spieß um? Aber natürlich kann alles auch ganz anders ausgehen…

Ein Film jedenfalls, dessen Trailer allein schon existenzielle Fragen aufwirft. Ich bin so gespannt wie lange nicht auf einen neuen Kinofilm und dessen Auflösung. Farrell bleibt für mich eine lohnende Entdeckung und Empfehlung. Mit seinen Independent-Filmen trifft er eine gute Wahl. 

Ursprünglich, so heißt es bei Wikipedia, habe Martin McDonagh den Stoff schon 1994 für ein Bühnenstück verfasst, mit dem er aber nicht zufrieden gewesen sei. Das Werk sei daher nie aufgeführt worden. Der Film sei von August bis Oktober 2021 auf den irischen Inseln Árainn und Acaill gedreht worden. Mit dabei ist auch Barry Keoghan, der mit Colin Farrell 2017 The Killing of a Sacred Deer drehte. The Banshees of Inisherin wird bei den kommenden 79. Filmfestspielen von Venedig im September seine Premiere feiern und läuft im Wettbewerb um den Goldenen Löwen. Branchenkenner handeln das Drama als Anwärter für die Oscarverleihung 2023. Gewann Colin Farrell für Brügge den Golden Globe, geht der Oscar dieses Mal vielleicht an Brendan Gleeson für seine eindrückliche Darstellung des Colm. Hierzulande heißt es warten: Der deutsche Kinostart ist für den 12. Januar 2023 mitgeteilt worden. 

Durchgezappt im Februar 2022

Der Fernseh-Februar steht im Zeichen der 2: Zwei Kriegsfilme standen auf meinem Programm und damit ein wenig bevorzugtes Genre. Zwei Helden in Schwarz aus Comics waren dabei und gleich zwei Neeson-Filme fliegen wieder von meiner Festplatte. Außerdem hatte ein japanischer Anime-Film Premiere bei mir. Colin Farrell hat die 2 nicht geschafft und ist nur einmal dabei, und schließlich habe ich den Musikstil Rembetiko kennengelernt. 

Teaser Durchgezappt

1. Hard Powder (GB/Nor/Kan/USA 2019)

Liam Neeson räumt in Colorado eine Menge Schnee und Verbrecher aus dem Weg. Der Schneepflugfahrer und unbescholtene „Bürger des Jahres“ mutiert zum erbarmungslosen Rächer, als sein Sohn vom Drogenkartell ermordet wird. Schwarzhumoriges Schneegestöber, wobei der Witz nicht ganz angekommen ist bei mir. Viele Tote und ein brutal agierender Neeson. Drogenboss Tom Bateman beeindruckt allerdings als fiesester Fiesling, den man sich denken kann. Als Kontrahent hat er den indianischen Drogenbaron White Bull (Tom Jackson) in Verdacht. Kommt er Neeson auf die Schliche? Wer räumt wen (zuerst) aus dem Weg? Am meisten hat mir die Gute-Nacht-Geschichte gefallen, die Neeson dem Jungen des Drogenbosses vorliest. Bester Gag und Szene, so gefällt mir Neeson.

2. Reise zum Mittelpunkt der Erde (USA/Island 2008)

Ganz im Sinne Jule Vernes begibt sich Vulkanologe Brendan Fraser in Island mit seinem 13-jährigen Neffen Josh Hutcherson und Bergführerin Anita Briem auf eine fantastische Reise ins Innere der Erde. Auf ihrer Route durch den Berg hinab in die Tiefe erleben sie einige Abenteuer und entdecken magische Welten. Keine direkte Umsetzung des Romans, aber der Film atmet dessen Geist und Abenteuer. Unterhaltsam. Gefällt mir, schön für einen Sonntagnachmittag. Jedenfalls bin ich eine Vernianerin

3. Batman Begins (USA/GB 2005)

Trotz beachtlicher Starbesetzung, trotz Nolan, dieser Batman gefällt mir nicht. Ich finde Christian Bale nicht charismatisch genug und ohne seinen Batman-Anzug langweilig. Da gibt es aber andere Ansichten. Weder fand ich Batmans komische, tiefe Stimme toll noch das brachiale Batmobil. Nicht einmal Liam Neeson als Ra’s al Ghul gefiel mir sonderlich. Michael Cane als Butler Alfred ist sympathisch und passt gut in die Rolle. Auch Gary Oldman als Sergeant Gordon ragt heraus. Die Story erzählt, wie der Junge Bruce Wayne zu Batman wird. Der Fledermausmann bekommt es hier mit der Vogelscheuche Scarecrow zu tun. Das ist der erste Film mit Neeson, der von meiner Festplatte fliegt. Sorry.

4. Venom (USA 2018)

Tom Hardy lässt das Monster raushängen: Er dient einer außerirdischen symbiotischen Lebensform als Wirt und verfügt fortan über besondere Kräfte. Die Spezies namens Venom nimmt gelegentlich die Form einer vielzahnigen schwarzen Scheusalskreatur an und will offenbar eine Invasion der Erde durch seine Artgenossen verhindern. Das Ganze geschieht recht actionreich. So, das war mein Ausflug ins Marvel-Universum, der sich wahrscheinlich nicht so schnell wiederholen wird.

5. Systemsprenger (D 2019)

Die eigene Mutter, das Jugendamt, Therapeuten und Betreuer sind überfordert mit der geballten rosa Wut, die von Benni (Helena Zengel) ausgeht. Die 9-Jährige ist ein sogenannter „Systemsprenger“, keine Maßnahme greift, das Kind ist nicht integrierbar und durch seine Verhaltensauffälligkeiten kaum zu bändigen und gar eine Gefahr für seine Umgebung. Sehr erstaunlich, wo die Jungdarstellerin Zengel diese dramatischen Persönlichkeitsmerkmale herholt und eindrucksvoll vorträgt. Mein Hauptgedanke ist: Sei es noch so aufrichtig bemüht von Seiten der Helfenden, man kann so einem Kind vielleicht nicht nur halb geben. Mit der Ablehnung kann es umgehen, das kennt sie. Aber wer, wenn nichtmal die eigene Mutter es schafft, kann so ein gefährliches Wutknäuel aus vollstem Herzen lieben und annehmen. Ein Dilemma mit Sprengkraft.

6. Life (USA 2017)

Astronauten untersuchen an Bord der Internationalen Raumstation ISS eine Bodenprobe vom Mars. Und, ach wie niedlich, es lebt! Das außerirdische lebendige Etwas ist ganz klein und putzig anzusehen. Das Team um Jake Gyllenhaal, Rebecca Ferguson, Ryan Reynolds und Hiroyuki Sanada ist ganz fasziniert. Doch das Es entwächst schnell der Petrischale und legt an Kraft zu. Und ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass Es nicht nett ist. Jetzt gibt’s Stress für die Besatzung. Unter allen Umständen müssen die Quarantänevorschriften an Bord eingehalten werden. Sowas wie Alien. Richtig spannend. Es gibt im Laufe des Films einen „Au-Backe!“-Effekt, ich sage nicht wo, um nichts vorweg zu nehmen.

7. Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo (D 1981)

Natja Brunckhorst verkörpert die heroinabhängige Christiane F., deren berühmter Report Wir Kinder vom Bahnhof Zoo ein eindrückliches Zeugnis ablegt für den persönlichen und körperlichen Verfall junger Drogenabhängiger. Der Film fängt das Drama der 13-Jährigen in teils schockierenden Bildern ein: Ein Kiefernholzschrank ausgestellt in einem Schaukasten in der schäbigen Bahnhofshalle, hell ausgeleuchtet und gedacht für ein schönes Zuhause, das Christiane und ihr ebenfalls abhängiger Freund Detlef (Thomas Haustein) nicht haben. Die beiden sind verlorene Seelen in der Ödnis vom Bahnhof Zoo. Die Kamera fängt diese Atmosphäre authentisch ein. Christiane himmelt im Konzert David Bowie an, danach setzt sie sich den ersten Schuss: „Ich hab’ das unter Kontrolle“, sagt sie, doch ihr Weg in die fatale Heroinabhängigkeit ist dramatisch und unaufhaltsam. Christianes Tag ist bestimmt von ihrer ersten Liebe zu Detlef, der Heroinsucht und Prostitution zur Finanzierung der Droge. Die Bilder ihres kalten Entzugs mit Detlef sind heftig. Der Film erschüttert, kann aber aus Zeitgründen nicht ausreichend in die Tiefe gehen und Hintergründe beleuchten. Ich vermag ausdrücklich nicht zu beurteilen, inwieweit der Film einen abschreckenden oder möglicherweise nicht abschreckenden Effekt auf junge Zuschauer hat. Es gibt offenbar kontroverse Meinungen dazu, insbesondere dahingehend, dass der Film von Uli Edel und Bernd Eichinger Christiane zu einer gewissen Heldin stilisiere. Einige fotografische Eindrücke der Gropiusstadt, in der Christiane lebte, habe ich kürzlich im Beitrag Die Gropiusstadt in Berlin veröffentlicht.

8. Der letzte Countdown (USA 1980)

Das amerikanische Trauma Pearl Habor spielt eine zentrale Rolle in diesem Science-Fiction-Kriegsfilm. Kirk Douglas kommandiert auf dem Flugzeugträger USS Nimitz ein Flottenmanöver unweit von Pearl Habor. An Bord ist auch Systemanalytiker Martin Sheen. Die Nimitz gerät in ein eigenartiges Wetterphänomen mit Lichterscheinungen. Danach stellt die Mannschaft anhand eindeutiger Belege fest, dass sie sich im Jahr 1941 mitten im Zweiten Weltkrieg befinden, genau einen Tag vor dem Angriff der Japaner auf Pearl Habor am 7. Dezember. Douglas bläst – na klar – zum Angriff, um Pearl Harbor nicht ungeschehen zu machen, aber siegreich aus dem Gefecht hervorzugehen. Na, ob dies gelingt? Natürlich patriotisch und beinahe lachhaft, aber der Film hat was und wenn nicht, ist er allein deshalb sehenswert: Die bombastischen (das scheint mir das richtige Wort) Panavision-Aufnahmen vom Geschehen auf einem Flugzeugträger, den Starts und Landungen der Flugzeuge, sind eindrucksvoll. Ein Werbeclip für die Navy mit Reportage-Effekt. Übrigens: Die USS Nimitz steht noch immer im Dienst. 

9. Hello World (Japan 2019)

Ich glaube, das ist der erste japanische Anime-Film, den ich seit Captain Future gesehen habe. Beim Titel musste ich ich an die Webbausteine HTML – HEAD – BODY – Hello World denken, was nicht abwegig ist: Kyoto im Jahre 2027. Der schüchterne Naomi hat Schwierigkeiten im Kontakt mit seinen Mitschülern und lebt in der Welt seiner Bücher. Die Regierung sammelt sämtliches Zeitgeschehen der Stadt und seiner Bewohner und speichert die Daten in einem Quantencomputer namens Alltale. Eines Tages erscheint Naomi auf magische Weise sein zehn Jahre älteres Ich. Der Erwachsene hat Alltale gehackt und trainiert nun sein jüngeres Ich im Umgang mit einem besonderen Handschuh, mit dem sich Materie formen und beeinflussen lässt. Naomis Alter Ego hat eine dringende Mission Mitschülerin Ruri betreffend. Dazu muss Naomi eine Beziehung zu ihr aufbauen, was ihm nicht leichtfällt, doch beide lieben Bücher. Hat mir überraschend gut gefallen: Science-Fiction mit Zeitreise-Thema, die Art der Animation, die Geschichte. Zum Ende hin gibt es schnellere, üppigere, bunte Bilder. Erinnert an Inception und Matrix und die Sache mit dem Raum-Zeit-Kontinuum aus Zurück in die Zukunft

10. Rampage – Big meets Bigger (USA 2018)

Oh Mann, der Dwayne kann einfach alles! Diesmal ist er Primatenforscher und Affenflüsterer. Nachdem Genmaterial einer mutierten Laborratte aus einer Forschungsstation im All auf die Erde gelangt, wird Dwayne Johnsons Gorilla George plötzlich ein bisschen größer und böser. Der Affe türmt nach Chicago und trifft dort auf ein weiteres Riesenmonster. Zusammen zerlegen sie die Stadt inklusive Sears Tower. Wow, dieses Komplettdesaster liegt irgendwo zwischen King Kong und Godzilla. Naomie Harris steht dem Dwayne zur Seite, der seinen Gorilla retten will. Natürlich kann Primatenforscher Dwayne Hubschrauber fliegen. Einfach, weil er’s kann! Der Dwayne sorgt hiermit für den nächsten Amusement-Kracher.

11. Widows – Tödliche Witwen (USA/GB 2018)

Müssen die Frauen mal wieder richten, was ihre Männer verpatzt haben. Das ist bei Kriminellen nicht anders, nur dass in diesem Fall die Bande bei einem verpeilten Coup draufgegangen ist und obendrein Schulden hinterlassen hat. Und so sehen sich die Witwen Viola Davis, Elisabeth Debicki, Cynthia Erivo und Michelle Rodriguez gezwungen, den Bruch zu begehen, zu dem ihre Kerle nicht mehr gekommen sind. Liam Neeson und Colin Farrell in einem Film, beide miese Typen. Von beiden sehe ich mir praktisch alles an, aber lieber in eigenen Filmen, so komme ich nicht in Konflikt. Obwohl, sie haben nur eine gemeinsame Szene, und so gern ich Filme mit Neeson ansehe, Farrell berührt mich ungleich stärker. Hier spielt er einen Politiker, der für anstehende Wahlen kandidiert und in die Fußstapfen seines herrischen Vaters tritt. Er hält eine Rede vor Bürgern und eine noch bemerkenswertere Schimpftirade anschließend im Auto, wirkungsvoll, weil nur seine Stimme zu hören ist, während man partiell das fahrende Auto und die vorbeiziehende Umgebung sieht. Insgesamt fand ich den Thriller etwas langatmig und nicht spannend genug, dabei sorgt Neeson für einen echten Überraschungsmoment. Erneut aber ragt (für mich) Colin Farrell in seiner Darstellung eines abgründigen Charakters heraus.

12. Paris, Texas (D/F 1984)

Hurra, so gehen Kinobilder, so erzeugt man Stimmung! Der verstört wirkende Harry Dean Stanton wird in der texanischen Wüste von seinem Bruder Dean Stockwell aufgegabelt. Vier Jahre war er verschwunden und spricht zunächst nicht. Sein kleiner Sohn Hunter (Hunter Carson) blieb in der Obhut des Bruders und dessen Frau. Stanton nähert sich seinem Kind wieder an und macht sich mit ihm in einem 1958er Ford Ranchero auf den Weg, seine große Liebe und Mutter von Hunter, Jane (Nastassja Kinski), wiederzufinden. Wim Wenders folgt den beiden in sorgfältig komponierten Bildern voll erzählerischer Kraft. Ein melancholisches Roadmovie mit zwei ausdrucksstarken Hauptdarstellern und einer geheimnisvollen Nastassja Kinski.

13. Battleship (USA 2012)

Das ist der zweite Science-Fiction-Quasi-Kriegsfilm, den ich angesehen habe. Aber nur, weil Admiral Liam Neeson das Kommando über den Zerstörer hat und ein internationales Manöver vor der Küste Hawaiis anführt. Er hat Offizier Taylor Kitsch auf dem Kieker, der ausgerechnet des Admirals Tochter Brooklyn Decker heiraten will. Und weil man zuvor Botschaften ins All geschickt hat in der Hoffnung, auf intelligentes Leben zu stoßen, gibt es jetzt die Quittung: Der Flotte plumpst ein riesiges außerirdisches Raumschiff vor den Bug. Bestückt mit unfassbar zerstörerischen Waffen nietet es ein Schiff nach dem anderen in die ewigen Meeresgründe. Eine einzige patriotische Schlachtenorgie, die ich nur schwer und mit Aufmerksamkeitsdefiziten durchgehalten habe. Nah dran am Trash. Obwohl Neeson das Format für einen Admiral mitbringt, ist das der zweite Neeson-Film, der von meiner Festplatte fliegt. Sorry.

14. Djam (F/Griechenland/Türkei 2017)

Einblick in eine fremde (Musik)Kultur: Djam (Daphné Patakia) lebt bei ihrem Stiefvater Kakourgos (Simon Abkarian) auf Lesbos, ihre Mutter ist bereits verstorben. Griechenland ist wirtschaftlich geschwächt, die Flüchtlingskrise hat der Insel Lesbos zugesetzt, die Touristen bleiben aus. Kakourgos’ Ausflugsschiff liegt nicht allein deshalb im Hafen: Er schickt Djam nach Istanbul, um dort eine neue Pleuelstange für das Boot schmieden zu lassen. In der Türkei trifft Djam auf die Französin Avril (Maryne Cayon), die in der Flüchtlingshilfe arbeiten wollte und ausgeraubt worden ist. Die beiden setzen ihren Weg gemeinsam fort und haben einige Widrigkeiten zu bestehen. Djam ist, wie ihre Mutter, eine talentierte Rembetiko-Sängerin und Tänzerin. Rembetiko ist ein Musikstil mit griechischen und türkischen Einflüssen. Diese von Sehnsucht und Weltschmerz getragene Musik prägt den Film und begleitet die beiden jungen Frauen. Ein Roadmovie zu Fuß (die Bahn streikt) in melancholischer Grundstimmung mit Anklängen von „Spiel Bouzouki“ und der Wehmut von „Griechischer Wein“.

Und außerdem:

  • Das krumme Haus (USA/GB 2017)
  • Nach eigenen Regeln (USA 1996)
  • Psycho (USA 1998)
  • Jagd auf einen Unsichtbaren (USA 1992)
  • Zu guter Letzt (USA 2017)

Durchgezappt im Dezember 2021

Mit dieser Dezember-Liste werde ich das umfangreiche Format Durchgezappt einstellen und Euch und mich nicht länger quälen. Seht, welche Weihnachtsfilme ich so gucke und wie es der Dwayne schon wieder in die Liste geschafft hat. Seht, dass ich Mel Gibson nicht mochte, aber dafür Liam Neeson. Vor allem bin ich abermals sehr von Colin Farrell angetan, sei es als düsterer Zauberer, als Kunstreiter oder umgeben von lauter Psychos.

Teaser Durchgezappt - Grafitti "Don't trust the TV"

1. Jumanji – Willkommen im Dschungel (USA 2017)

Schon wieder der Dwayne! Aber das ist in Ordnung, sorgt er doch für kurzweilige Unterhaltung. Dieses Mal kokettiert er mit seinem Superkörper: In „The Rock“ steckt nämlich ein schüchterner Teenager, und das geht so: Vier Teenies – Nerd, Topsportler, Influencerin, Intellektuelle  – müssen gemeinsam nachsitzen, sonst haben sie überhaupt nichts gemeinsam. Sie finden ein Videospiel, wählen jeweils einen Charakter und landen auf magische Weise im Dschungel von Jumanji. Nerd Spencer wird zu Dwayne Johnson, Selfie-Queen Bethany, die vermeintlich einen weiblichen Charakter wählt, wird zu Jack Black, Starsportler Anthony wird zu Kevin Hart und die Einzelgängerin Martha zur Amazone Karen Gillan. Jeder Charakter verfügt über spezielle Fähigkeiten, ist aber auch an bestimmter Stelle verwundbar. Gemeinsam müssen sie Jumanji von einem Fluch befreien und ein entwendetes Juwel an seinen Platz zurückbringen. Dabei sind sie den tierischen Gefahren des Dschungels ebenso ausgesetzt wie menschlichen. Diese Fortsetzung von Jumanji (1995) gefällt mir viel besser, besonders der Witz: Die Teenager landen nicht nur im Körper eines Erwachsenen, ihr Spielcharakter ist in seinen Eigenschaften ihren eigenen entgegengesetzt. So ist es ziemlich ulkig, wenn Jack Black wie ein zickiges Mädchen agiert und der Dwayne fassungslos seine Muskeln bestaunt.

2. Mad Max (AUS 1979)

Ein „Klassiker“, den ich noch nicht gesehen hatte, aber zu bunt fand: Einerseits die Autos, andererseits ist es mit der Gewalt erst recht viel zu bunt getrieben. Gleichwohl, die Karren sind cool, der V8er-Sound Musik in den Ohren, und die Kamera fängt das Geheize auf der Straße packend ein. Ein Rocker kann ruhig ein bisschen durchgeknallt sein, aber Toecutter (Hugh Keays-Byrne) ist ein gnadenloses, reißerisches Tier, das einem glatt die Zehen abbeißen würde. Der Rest der Rockerbande ist eine Horde komplett irre gewordener Typen. Die Polizei agiert kaum minder brutal: Mel Gibson ist Polizist Max Rockatansky (Ist ja mal ein Name!), genannt Mad Max. Er versieht seinen Dienst in naher Zukunft, in der gefährliche Banden die Straßen beherrschen und alles auseinandernehmen, was nicht niet- und nagelfest ist. Als ihr Anführer Nightrider auf der Flucht bei der Verfolgung durch Mad Max ums Leben kommt, schwört Toecutter Rache. Das Tier jagt den Polizisten, dessen Frau und Kind. Mad Max rächt sich seinerseits wie verrückt und ohne Gnade. Leider eine einzige blöde Gewaltorgie. Mel Gibson war mir unsympathisch.

3. Dumbo (USA 2019)

Schon wieder der Farrell! Und jetzt kommt er auch noch auf einem Pferd daher und macht nicht zum ersten Mal im Film eine gute Figur auf dem Ross. Lange muss man warten, ihn auf einem Schimmel in die Manege galoppieren zu sehen: Im Jahre 1919 kehrt Kunstreiter Holt Farrier (Farrell) versehrt aus dem Krieg zurück in den Zirkus. Seine Kinder Milly (Nico Parker) und Joe (Finley Hobbins) sind erschrocken, weil ihrem Vater ein Arm fehlt. Zirkusdirektor Max Medici (Danny DeVito) musste die Pferde verkaufen, um seinen Zirkus am Leben zu erhalten. Holt soll nun die Elefantendame Mrs. Jumbo pflegen, die bald ein Kalb bekommen wird. Als Dumbo auf die Welt kommt, ist er anders als gewöhnlich: Der kleine Fanti kann mit den Ohren schlackern, so riesig sind die. Der Fluch erweist sich bald als Segen, denn Dumbo kann fliegen und wird zur Zirkusattraktion. Das ruft V. A. Vandevere (Michael Keaton) auf den Plan: Der Geschäftsmann betreibt einen fantastischen Vergnügungspark und möchte Dumbo zusammen mit der Trapezkünstlerin Colette Marchand (Eva Green) in einer großen Show präsentieren. Derweil ist Fanti traurig, weil man seine Mutter weggegeben hat. Die Zirkusleute ziehen mit Dumbo in Vandeveres Park. Wird Dumbo auch dort zum Star in der Manege? Ich weiß nicht, ob ich ohne Farrell diesen Disney-Familienfilm angesehen hätte, zumal mir die Zirkuswelt nicht sonderlich liegt. Aber doch, Dumbo ist nicht zu grell und laut inszeniert, die Atmosphäre besonders in Vandeveres Dreamland trägt deutlich die dunkle märchenhafte Handschrift von Regisseur Tim Burton. Der Film vereint einige namhafte Stars, darunter Lars Eidinger in einer Nebenrolle. DeVito hat noch immer dieses lustige Giftzwergartige an sich. Sharon Rooney gefiel mir als Miss Atlantis mit am besten sowie Millys Interesse für die Wissenschaft. Colin Farrell ist mal nicht der Böse. Ich mochte ihn auch in diesem Film, die Art und das Wesen seiner Figur, aber ich empfand ihn teilweise wenig präsent, ohne sagen zu können, woran das liegt. Er schien mir nicht ganz eingebunden ins Geschehen, etwas abseits. Als Reiter ist er leider insgesamt nur kurz zu sehen, besonders zum Schluss, aber man erkennt, dass er nicht zum ersten Mal auf einem Pferd sitzt. Bin schwer begeistert. Und dieser – zwar komplett animierte – Elefanti ist wirklich Zucker. Diese großen Augen, dieser traurige Blick, der ist ja so niedlich – der Farrell!

4. Peace, Love & Misunderstanding (USA 2012)

Jane Fonda spielt hier als Blumenkind quasi die Frankie aus ihrer Erfolgsserie Grace und Frankie. Wie in der Serie heißt sie ebenfalls Grace: Alt-Hippie Grace (Fonda) lebt in Woodstock in Peace und Love. Mit ihrer Tochter Diana (Catherine Keener) kam es vor zwanzig Jahren zum Bruch aufgrund Misunderstanding. Mutter und Tochter könnten nicht unterschiedlicher sein. Diana kann den Lebensstil ihrer Mutter nicht nachvollziehen und empfindet sie als verantwortungslos. Als die Anwältin von ihrem Mann verlassen wird, fährt sie mit ihren Teenagern Zoe (Elizabeth Olsen) und Jake (Nat Wolff) von New York aufs Land zu ihrer Hasch rauchenden, langhaarigen und an die Kraft der Steine glaubenden Mutter. Die alten Konflikte brechen wieder auf, aber – man ahnt es – die drei Großstädter erfahren ganz neue Inspiration und finden Peace und Love. Wahrscheinlich erfüllt der Film viele Hippie-Klischees oder Ideale, je nach Lesart. Trotz Rebellin Fonda und eines nicht gänzlich uninteressanten Lebensstils hat mich der Flow nicht ganz erreicht. Aber: Easy-Going!

5. Das Haus (D 2021)

Denn es ist böse! Das rote „Auge“ der Steuerungseinheit des Hauses erinnert verdächtig an HAL 9000 aus Space Odyssee. Deutschland wird im Jahre 2029 von einer rechtspopulistischen Regierung geführt. Der Journalist Johann Hellström (Tobias Moretti) darf seinen Beruf nicht mehr ausüben und zieht sich mit seiner Frau Lucia (Valery Tscheplanowa) auf eine einsame Insel in sein Ferienhaus zurück. Der aus Glas und Beton bestehende Bungalow ist volldigitalisiert. Das ist praktisch, wenn man vollbepackt vor der Tür steht und sich der Eingang automatisch öffnet, aber wird zum echten Problem, als die Haus-KI ein Eigenleben entwickelt. Die ersten Aussetzer sind noch harmlos: Die KI kauft einfach zu viel ein, aber vielleicht ist es gar nicht so verkehrt, auf einer abgelegenen Insel mit Vorrat versorgt zu sein. Das smarte Zuhause beginnt allerdings, Intrigen gegen seine Bewohner zu spinnen, die auch deren leibliches Wohl gefährden. Gegen solche Fehlfunktionen kann selbst der Techniker nix mehr machen. Der Fernsehfilm ist ein Tick zu schläfrig inszeniert, aber ansprechend aufgrund des spannenden Themas. In weiten Teilen gerät Das Haus zu einem 2-Personen-Kammerspiel zwischen Moretti und Tscheplanowa, das etwas langweilig verläuft. Das sterile Haus und die symetrischen, kühlen Bilder vermitteln nur wenig futuristisches Flair. In so einem Haus würde ich nicht wohnen wollen, und ich meine nicht zuerst die Technik.

6. Parasite (Südkorea 2019)

Das ist dieser erste fremdsprachige Film, der jemals in der Kategorie Bester Film mit dem Oscar ausgezeichnet worden ist: Familie Kim teilt sich mit Kakerlaken eine schäbige Souterrainwohnung in der Millionenstadt Seoul. Besoffene pissen an die Fenster, und die Stadtreinigung bringt Desinfektionspulver auf der Straße aus. Von dem Zeugs bekommt die Familie die volle Dröhnung ab, aber vielleicht gehen ja die Kakerlaken daran zugrunde. Mit Glück ist gratis WLAN von den Nachbarn zu erhaschen. Vater Ki-taek (Song Kang-ho), Mutter Chung-sook (Jang Hye-jin), Sohn Ki-woo (Choi Woo-shik) und Tochter Ki-jung (Park So-dam) falten für geringen Lohn Pizzakartons zusammen. Da bietet sich eine Chance: Ein Freund von Ki-woo vermittelt ihn als Nachhilfelehrer für die Tochter der wohlhabenden Familie Park. Mit List und Tücke holt Ki-woo erst seine Schwester als Kunstlehrerin für den vermeintlich begabten Sohn in das moderne Architektenhaus, schließlich ersetzt der Vater den Chauffeur und die Mutter die Haushälterin. Bis hierhin sind die Schummeleien der Familie noch irgendwie nett, man versteht sie, ist auf ihrer Seite, gönnt es ihnen und amüsiert sich über ihre kleinen schamlosen Frechheiten. In der zweiten Stunde des Films kippt die Situation ins Unfassbare: Die geschasste Haushälterin klingelt an der Tür und bittet dringend um Einlass – denn sie hat etwas im Haus vergessen! Was folgt ist unglaublich, bizarr, grotesk, wahnwitzig, böse und schräg. Thriller, Komödie, Farce, Parabel, Satire, ein drastisches Abbild der (südkoreanischen) Gesellschaft. Oben und unten, um nicht zu sagen ganz unten. Irre!

7. 7 Psychos (GB 2012)

Ist Colin Farrell in diesem Werk noch nicht verrückt, wird er es dank der sieben Psychopathen werden: Der irische Hollywood-Drehbuchautor Marty (Farrell, tatsächlich Ire) sitzt ohne Eingebung vor dem berüchtigten leeren Blatt Papier und fängt an, sich zu betrinken. Das flößt ihm nicht unbedingt Ideen ein, aber immerhin steht der vielversprechende Titel: Seven Psychopaths. Sein bester Freund, der arbeitslose Schauspieler Billy (Sam Rockwell), bessert sein Salär auf, indem er gut situierte Hunde kidnappt und durch seinen Kompagnon (Christopher Walken) den Finderlohn kassieren lässt. Billy hat zwei nicht so gute Ideen: Zum einen setzt er für Marty die Anzeige „Psychopathen gesucht“ in die Zeitung, zum anderen klaut er Gangsterboss Charlie (Woody Harrelson) seinen geliebten Shi Tzu. Auf Billys Anzeige meldet sich Zachariah Rigby (Tom Waits), Serienkiller im Ruhestand. Und Charlie will sein albernes Hündchen zurück, da ist ihm jedes Mittel recht. Marty hat bald mehr Stoff für sein Drehbuch als ihm lieb ist. Farrell arbeitet hier nach Brügge sehen… und sterben? zum zweiten Mal mit Regisseur und Drehbuchautor Martin McDonagh zusammen. Die 7 Psychos sind eine ähnlich Schwarze Komödie mit im Wortsinne irrem Cast und noch extremer, schräger, haarsträubender. Echt psychopathisch. Der Humor ist klasse. Das Töten und Sterben war mir allerdings teils zu heftig, bei den brennenden Menschen musste ich weggucken. Andererseits wird der ganze Irrsinn konsequent gezeigt. Eines ist mal klar: Farrell macht mich verrückt. Bei ihm kann ich nicht mehr wegschauen. In Nebenrollen sind Gabourey Sidibe (Ihr beeindruckender Film: Precious) als Hundesitterin des Shi Tzu und Harry Dean Stanton als der Mann mit dem Hut zu sehen. Tipp: Nach Anlaufen des Abspanns nicht abschalten, denn Farrell erhält noch einen wichtigen Anruf von Tom Waits. Farrells Antwort ist der Hammer! 

8. Mona & Marie (D 2021)

Mona (Maren Kroymann) und Marie (Ulrike Kriener) sind unterschiedliche Schwestern: „Da möchte man sich ja sofort übergeben!“, ätzt Mona über die „kitschige“ Weihnachtsdekoration an der Villa, in der ihre Luxuswohnung liegt. Beste Düsseldorfer Lage, und nur das Beste zum Feste auch für die blasierten Geschäftsfreunde. Die Chanel-ige Dame, Anwaltsgattin mit einer Frisur, die der ihres getrimmten Großpudels erstaunlich ähnelt, hat kaum freundliche Worte für ihre Umwelt übrig. Als die Polizei während der Weihnachtsfeier klingelt, verbessert sich ihre Stimmung freilich nicht: Ihr Gatte sei leider verstorben! Im Umschlag mit den persönlichen Sachen befindet sich das Handy. Eine letzte Fotonachricht an den Verblichenen ploppt auf, und Mona erkennt, dass ihr Mann sie betrogen hat. Aber die Probleme fangen damit erst an. In der Not ruft Monas Sohn Jonas (Max Bretschneider) seine Tante Marie an. Marie lebt mit ihrem Partner (Peter Prager) naturnah in einem Haus an der Nordsee, betreibt Yoga und rettet Weihnachtsgänse vor der Bratenröhre. Nun macht sich der Alt-Hippie auf den Weg in die große Stadt. Die Schwestern haben sich 15 Jahre lang nicht mehr gesehen. Kroymann und Kriener bilden ein tolles Paar und raufen sich sehr unterhaltsam zusammen. Überhaupt ist dies ein gelungener, witziger TV-Film mit tollen Darstellern: Ann-Kathrin Kramer spielt eine oberflächliche Schnepfe aus dem Bekanntenkreis Monas, Susanne Bormann ist Monas Tochter und Martin Armknecht ist viel zu kurz als herrlich süffisanter Bankangestellter dabei. Klarer Neuanwärter auf meine Weihnachtsfilm-Favoriten. Was mir zu denken gibt: Ich fühle mich oft zwanzig Jahre vorgealtert, denn ich verstehe Mona so gut. Allerdings wäre ich lieber wie Marie. 

9. Mary Poppins’ Rückkehr (USA 2018)

Man muss ja gar nicht alles schlechtreden an der Neuverfilmung des berühmten Disney-Musicals. Die neue Poppins kommt aufwändig ausstaffiert daher. Ehrlich gesagt bin ich kein besonderer Fan von Mary Poppins, denn ich empfinde sie unter ihrem Liebreiz recht diktatorisch. Am meisten mochte ich immer den Ausritt auf den Karussellpferden. Auch hier entführt Mary Poppins (Emily Blunt) die Kinder in eine Zeichentrickwelt. Ihre früheren Schützlinge Michael Banks (Ben Whishaw) und seine Schwester Jane (Emily Mortimer) sind nun erwachsen. Michael lebt mit seinen drei Kindern in London in seinem Elternhaus im Kirschbaumweg. Die Weltwirtschaftskrise hat Michael in finanzielle Nöte gebracht, und er hat Sorge, das Haus zu verlieren. Da schwebt Mary Poppins vom Himmel und nimmt sich der Familie, insbesondere der Kinder an, die noch um ihre verstorbene Mutter trauern. Die Geschichte ähnelt insofern dem Vorgänger. Musicals sind so eine Sache, und mit der Musik habe ich mich schwer getan: zu viel, zu laut, blechern und wenig melodisch. Superkalifragelistic: Warum hat man nicht überlegt, die eingängigen Melodien des Originals zu verwenden und vielleicht etwas zu modernisieren? Der Laternentanz war ganz gelungen, aber ein Löffelchen voll Zucker hätte gutgetan: Dachte, die dunkle Atmosphäre wäre perfekt für einen viktorianischen Krimi. Lin-Manuel Miranda gefiel mir als Laternenanzünder Jack, eine ideale Besetzung. Ich frage mich, ob Kindern (heute) Mary Poppins wirklich gefällt?

10. Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind (USA/GB 2016)

Ich glaub’, ich muss in Hogwarts nachsitzen, um manche Begriffe in diesem Harry Potter Spin-off besser zu verstehen. Sei’s drum, das Wesentliche habe ich verstanden. Mein Hauptwesen unter den Tierwesen ist sowieso Colin Farrell als mysteriöser Zauberer Percival Graves. Wow, Farrell ist von finsterer, unwiderstehlicher Anziehungskraft. Was führt er im Schilde? Der Londoner Magizoologe Newt Scamander (Eddie Redmayne) erreicht im Jahre 1926 mit einem Koffer New York. Dummerweise entwischen ihm daraus einige Phantastische Tierwesen und richten Chaos in der Stadt an. Beim Wiedereinfangen wird Newt von Porpentina Goldstein (Katherine Waterston) und dem drolligen No-Maj – ein Nichtmagier – Jacob Kowalski (Dan Fogler) unterstützt. Super, Showdown in der New Yorker U-Bahn-Station City Hall. Der Bahnsteig als Bühne für Farrell, der in seinem vampirähnlichen Kostüm ganz phantastisch bedrohlich wirkt. Magisch! Ich bin verzaubert – in einen Obscurus oder so.

11. Der Nikolaus im Haus (D/Österreich 2008)

Ein TV-Weihnachtsfilm, der in Salzburg und unweit der Stadt in Anif spielt. Die Konditorin Klaudia (Christine Neubauer) wird wegen Unterschlagung zu drei Jahren Haft verurteilt. Sie flieht aus dem Gericht, weil sie unschuldig ist. Als Nikolaus verkleidet flüchtet sie zum Haus ihres Geschäftspartners Lehmann (Helmut Berger), um dort Beweise für ihre Unschuld zu sichern. Als der Hausalarm ausgelöst wird, versteckt sie sich im Nachbargarten von Witwer Paul Weber (Bernhard Shir), dessen Kinder Pia und Tom den vermeintlichen Nikolaus ins Haus bitten. Die Kinder finden schneller Gefallen an Klaudia als der Papa. Den Rest kann man sich leicht denken. Die Kulisse für Klaudias Zuckerbäckerei bildet die bekannte Schatz Konditorei In Salzburg. Da habe ich schon Kaffee getrunken und Kuchen gegessen. Der Film ruft aus zweierlei Gründen Erinnerungen in mir wach, die mich traurig machen.

12. Ich bin dein Mensch (D 2021)

Alma (Maren Eggert) arbeitet in naher Zukunft in Berlin an der Erforschung der sumerischen Keilschriften. Für eine Finanzspritze ist sie bereit, sich aus der Urzeit in die Zukunft zu begeben und an einer Studie teilzunehmen. Probeweise soll sie mit dem humanoiden Roboter Tom (Dan Stevens) zusammenleben. Tom ist perfekt auf Almas Persönlichkeit abgestimmt und als ihr Idealpartner programmiert. Alma begegnet dem äußerlich nicht von einem Menschen zu unterscheidenden Roboter skeptisch und zurückhaltend, zumal Tom noch nicht ganz rund läuft. Aber seine KI ist lernfähig. Wird sie sich auf ihn einlassen und in ihrem Abschlussbericht humanoide Roboter (als Partner) befürworten oder ablehnen? Ich mochte Sandra Hüller als Mitarbeiterin der Roboter-Firma. Jürgen Tarrach als Dr. Stuber in Begleitung seiner humanoiden Roboter-Partnerin drückt meines Erachtens nachvollziehbar die Pros für eine solche KI aus. Für mich eines der faszinierendsten Science-Fiction-Themen. Was macht den Menschen menschlich? Worin unterscheidet sich die Maschine vom Menschen? Eines Tages womöglich gar nicht mehr. Ich lese den Filmtitel Ich bin dein Mensch aus der Sicht des Roboters. Ich habe die Vorstellung, dass ein humanoider Roboter, wie er im Film dargestellt wird, bestimmten Menschen mit persönlichen und/oder körperlichen Einschränkungen ein adäquater Ersatz anstelle einer mit einem Menschen geführten Partnerschaft sein könnte. Falls kein vollwertiger Ersatz, doch eine gewisse legitime Kompensation des Mangels an echter Bindung zu einem Menschen. Ein Hubot nimmt es mir bestimmt nicht übel, wenn ich ihn zwischendurch abschalte, wenn ich eine Pause brauche oder nachdem er meine Bücher nach Farbe sortiert hat.

13. Bad Santa (USA 2003) und Bad Santa 2 (USA 2016)

Bad Santa gehört zu meinen liebsten Weihnachtsfilmen. Hier gibt es unter Garantie keine heile kitschige Familienwelt zum Fest. Willie (Billy Bob Thornton) gibt den Weihnachtsmann im Kaufhaus. Er ist so richtig schön mies drauf: Er säuft, raucht, flucht, pisst, kotzt, bumst und hasst die Kinder, die sich auf seinen Schoß setzen und mit schokoladenverschmierter Schnute ihre Wünsche an den lieben Santa formulieren. Die Richtung des Films ist von der ersten Szene an klar. Wer das Intro nicht mag, schaltet lieber gleich ab. Ich gucke gern bis zum bitter-süßen Ende weiter und amüsiere mich. Weihnachten kriegt hier gänzlich politisch unkorrekt einen auf den Sack. Unter dem Deckmantel seines roten Weihnachtsmann-Kostüms hat Willie Übles im Sinn: Nach Ladenschluss will er mit seinem kleinwüchsigen Kumpel Marcus (Tony Cox) den Kaufhaus-Safe knacken. Aus einem unerfindlichen Grund hat der goldlockige Wonneproppen Thurman (Brett Kelly) einen Narren an Willie gefressen. Thurman scheint in seiner Entwicklung etwas zurückgeblieben. Das Kind lebt allein mit seiner nicht mehr ganz klaren Omi in einem großen Haus, während sein Vater im Gefängnis sitzt. Willie quartiert sich bei Thurman ein, ist meistens unfreundlich und hart zu ihm, trotzdem möchte Thurman ihm immer Brote machen. Irgendwo, tief vergraben in seinem verrotteten Inneren, hat Willie ein Herz, das Thurman zu berühren vermag. Auf recht spezielle Weise kümmert sich Willie gar um Thurman. Im zweiten Teil von Bad Santa lernen wir Willies schäbige und versoffene Mutter (Kathy Bates) kennen, die ihren Sohn liebevoll „Kackstengel“ nennt und in der Weihnachtszeit die Einnahmen einer Wohltätigkeitsorganisation erbeuten möchte. Gegen Mutti erscheint Willie wie ein Engel!

14. Die Geister, die ich rief… (USA 1988)

Nachdem ich Charles Dickens Eine Weihnachtsgeschichte bisher vor allem aus Die Muppets-Weihnachtsgeschichte und Die Geister, die ich rief… kannte, habe ich die Bildungslücke geschlossen und die Geschichte von der Verwandlung des Ebenezer Scrooge vom griesgrämigen Geizhals zum guten Menschen kürzlich gelesen. Aber was soll ich sagen, Bill Murray als quasi Scrooge gefällt mir doch um Längen besser. Dickens Geschichte ist in der Komödie von Richard Donner genial in die Neuzeit übertragen worden. Das ist mein Weihnachtsklassiker. Murray kriegt von drei Geistern eine Psychotherapie verpasst, die sich gewaschen hat. Herrlich fies!

15. Eine Leiche zum Dessert (USA 1976)

Ein weiterer ewiger Lieblingsklassiker, n’est-ce pas? Ein abgelegenes Schloss, finstere Nacht, Nebel, Blitz und Donner: Lionel Twain (Truman Capote) lädt fünf berühmte Detektive nebst Begleitung zu einem „Dinner und einer Leiche zum Dessert“. Der Gastgeber serviert den Nachtisch um Punkt Mitternacht. Nur die „Kuh an Wand“ war Zeuge. Wer ist der Mörder? Die Raffinesse der Meisterdetektive ist gefragt: David Niven ist Dick Charleston alias Nick Charles, Peter Sellers ist Sidney Wang alias Charlie Chan, Elsa Lanchester ist Jessica Marbles alias Miss Marple, James Coco ist Milo Perrier alias Hercule Poirot und in einer seiner besten Rollen neben Columbo ist Peter Falk als Sam Diamond alias Sam Spade zu sehen. Außerdem spielen Alec Guiness, Maggie Smith und Eileen Brennan. Meisterliche Dialoge aus der Feder von Neil Simon (Ein seltsames Paar). Die Starparade liefert die abstrusesten Mordtheorien und haarsträubendsten Wendungen. Blödsinnig komisch! 

16. Tatsächlich Liebe (GB/USA/F 2003)

Ein Episodenfilm mit Liebesgeschichten, die in den Wochen vor Weihnachten spielen. Mit großem Staraufgebot: In Liebe sind Hugh Grant, Emma Thompson, Colin Firth, Alan Rickman, Heike Makatsch, Billy Bob Thornton, Keira Knighley u. v. a. Eingeschaltet wegen Liam Neeson, dessen Episode mir auch am meisten gefällt.

Und außerdem:

  • Endjährig (D 2020)
  • Fast & Furious: Hobbs & Shaw (USA 2019)

Exkurs

Ich wollte gern wissen, weshalb von Colin Farrell stets ein Hauch Melancholie ausgeht, die nicht allein in den Figuren, die er spielt, angelegt ist, sondern ihm zu eigen scheint. Und ja, soweit, nach einigem Material aus dem Netz, denke ich, da ist wohl jemand, der auch dunkle Seiten des Lebens kennt und mit seinen Dämonen zu kämpfen hatte oder hat. Jemand, der über Depression spricht, über Alleinsein oder über die Schwierigkeiten, Vater zu sein. Kurz jemand, der über seine inneren Vorgänge sprechen kann. Ein bisschen scheu, ein bisschen Rebell. Ein bisschen frech.

Auf der anderen Seite offenbart sich ein spontaner, offener, herzlicher, freundlicher, verspielter, eloquenter und nachdenklicher Typ, der für einigen Spaß zu haben ist. Jedenfalls habe ich eine Ahnung, weshalb ich so auf ihn anspringe. Ausgewählt habe ich ein Video, das Farrells ausgesprochenen Humor und seine Herzlichkeit darstellt. Sein Lachen ist so ansteckend wie befreiend. Ich liebe die Szene mit seinem jungen nervösen Schauspielkollegen während eines Interviews zu ihrem Film The Killing of a Sacred Deer, wie er den jungen Mann spiegelt und beide in ihren Stühlen herumrutschen und wild mit den Armen gestikulieren. Farrell trifft auf dem roten Teppich Gary Oldman und wird selber zum Fan, er spricht „ein wenig“ französisch, hat etwas für einen Obdachlosen übrig und zu guter Letzt biegt er sich vor Lachen am Filmset. Ich bewundere seine Fähigkeit, Situationen mit Humor zu begegnen und zu entschärfen. Nennt er Frauen „Sweetheart“, klingt es, als nenne er nur die jeweils Angesprochene so. Ich kann nicht aufhören, die Clips in Reihe zu schauen. Das rettet meinen Tag. Farrell ist mein Highlight des Jahres!

Belief is very important. It’s like when you are riding a horse and you want it to go to the left, you look to the left first and then pull the horse’s head. As a human being it is the same thing: wherever you put your attention is probably where you are going to find yourself. With that in mind, the ideas of imagination and stories are very important for a more real and centralized truth.

Colin Farrell

Durchgezappt im November 2021

Im November bildeten Science-Fiction-Werke den Schwerpunkt meines Bildungsprogramms, überwiegend TV-Produktionen, die einen Blick in die nähere Zukunft werfen, in der die Menschen selbstverständlich fortschrittliche künstliche Intelligenzen nutzen und den Technologien ausgesetzt sind. Ein zweiter Schwerpunkt bildeten Filme mit Colin Farrell, der es in der Reihe meiner Lieblingsdarsteller weit nach oben geschafft hat.

Teaser Durchgezappt auf Seelenkompott - Don't trust the TV

1. Surrogates – Mein zweites Ich (USA 2009)

Das ist wohl die haarsträubendste Frisur, die Bruce Willis je getragen hat: Mit glattem blonden Schopf sieht er aus wie seine eigene Barbie-Puppe. Ungefähr so ist es auch: Im Jahr 2054 schicken Menschen ihre Surrogates zur Arbeit und zum Einkaufen, während sie in Sicherheit bleiben und die humanoiden Roboter von Zuhause aus steuern. Dieser Umstand hat eine schöne heile Welt hervorgebracht, aber irgendjemand stört sich ja immer, und so geschieht nach einer halben Ewigkeit der erste Mord, der einen eigentlich unmöglichen Effekt nach sich zieht: Nicht nur das Surrogate, sondern auch sein reales Gegenstück sterben. Die Ermittler Greer (Bruce Willis) und Peters (Rhada Mitchell) werden auf den Fall angesetzt und agieren mit ihren Surrogates. Das kann man sich ansehen und ist auch teilweise interessant umgesetzt. Warum aber zeigt man nicht einmal den schnöden Alltag von Menschen in der Zukunft, die nicht mehr selbst auf die Straße gehen, sondern Avatare durch die Gegend schicken? Ich wette, das allein ist spannend genug. Das interessante Zukunftsszenario ist stattdessen in eine einigermaßen komplizierte Geschichte mit Aktion-Krawumm eingebettet. So, ich lasse meinen Klon jetzt den Abwasch erledigen!

2. Baywatch (USA 2017)

Der Dwayne hat mich also dazu gebracht, Baywatch zu gucken. Was!? Mit Ausnahme von Ausschnitten habe ich die Serie nie gesehen. Im Wesentlichen handelt es sich wohl um eine Körperschau verpackt in rote Badeanzüge und teildramatischer Handlung. Die knalligen Schwimmanzüge, mit mehr oder weniger Stoff, dominieren auch die Neuauflage. Der Dwayne ist Bademeister, Zac Efron der zur Selbstüberschätzung neigende Anlernling: Ich konnte nicht aufhören, dauernd auf den Nacken Efrons zu glotzen, der aussah, als hätte man ihm die Haare verschnitten, weil da so eine keilförmige Fehlstelle schien. Der Typ, wahrscheinlich Traum vieler Mädchen, sieht aus wie aus Plastik und wirkte leicht dümmlich auf mich. Die Rettungsschwimmer geraten in einen Kriminalfall, den es zu lösen gilt. Der Humor ist ein wenig Geschmacksache (In der Leichenhalle zum Beispiel) und arbeitet sich nicht unwesentlich am nerdigen Schwabbelchen des Teams ab. Trotzdem ist Baywatch nicht komplett hoffnungslos. Zumindest irgendwie heiter, vielleicht, weil die Sonne scheint und dank Dwayne Johnson – und David Hasselhoff in einem Kurzauftritt. Humor hat der ja! Pamela Anderson ist auch kurz dabei.

3. Zero (D 2021)

Wenn ein Algorithmus dein bester Freund und Feind zugleich ist: Spätestens in naher Zukunft wissen KI’s alles über dich: Die Act-App belohnt richtiges Handeln mit Punkten, andersherum gibt es Abzüge. Ein persönlicher Assistent lässt sich so einrichten, dass er jede gewünschte Erscheinung und Stimme annehmen kann. Das Hologramm bietet Gesellschaft, Trost und Rat in schwierigen Lebenssituationen. Während ihre Tochter die App selbstverständlich nutzt, ist die Journalistin mit dem unaussprechlichen Namen, Cynthia Bonsant (Heike Makatsch), der Technologie gegenüber skeptisch eingestellt. In Berlin recherchiert sie für ihren neuen Boss Axel Stein im Fall des Anschlags einer anonymen Gruppe von Netzaktivisten namens Zero. Was wollen die Aktivisten? Im Fokus ihrer Ermittlungen steht der Konzern Freeme, Herausgeber der App. Dies ist das öffentlich-rechtlich löbliche Aufmerksammachen der Risiken und Nebenwirkungen einer künstlichen Intelligenz, die den Menschen das Denken abnimmt (vielleicht sogar abspricht) und ihnen sagt, wie sie handeln sollen. Der Beipackzettel ist TV-gerecht leicht verdaulich aufbereitet. Basiert auf dem Roman Zero von Marc Elsberg. Bin gerade dabei, meinen persönlichen Assistenten einzurichten!

4. KI – Die letzte Erfindung (D 2021)

Wehe, wenn sie losgelassen: Was wäre, wenn eine ausgereifte künstliche Intelligenz entfesselt und über den Menschen hinweg eigenständig agierte? In einer nicht allzu fernen Zukunft in Berlin wird Jungstar Daniel Donskoy als Anwalt von einer KI wegrationalisiert. Er lässt sich einen Chip ins Gehirn implantieren, wodurch er zum wandelnden Lexikon wird und im Schnelltempo die Anzahl der Cornflakes zählen kann, die seine Lebensgefährtin (Halima Ilter) gerade in eine Schüssel hat rieseln lassen. Er nimmt Kontakt zu einer früheren Mitschülerin des Greta-Thunberg-Gymnasiums auf: Vida (Lisa Bitter) ist an der Entwicklung einer herausragenden KI beteiligt, die ihr Chef (Charismatisch: Thomas Heinze) wohlweislich so programmiert hat, dass sie ihre Sphäre nicht verlassen kann. Frei nach dem Supercomputer Hal 9000 aus Space Odyssee: „Alle Systeme laufen einwandfrei. Es kann sich nur um menschliches Versagen handeln“, kann Vida der Versuchung nicht widerstehen, die Grenzen der KI auszuweiten, um mit deren Hilfe nach einem Heilverfahren für ihren an ALS erkrankten Vater zu suchen. Stark! Die Anfangsszene erinnert glatt an Blade Runner, die Spielszenen sind gelungen futuristisch und werten den hochinteressanten Mix aus Film und Doku auf: Die Spielszenen stützen und visualisieren die Prophezeiungen und Mahnungen einer Handvoll Experten, darunter Prof. Dr. Harald Lesch und Daniel Domscheit-Berg, Informatiker und Netzaktivist, der sagt: „Eigentlich sind wir im Moment auf dem besten Weg, das erste Mal etwas zu erschaffen, das mächtiger wird als wir selbst.“

5. Glam Girls – Hinreißend verdorben (USA 2019)

Der Name ist Programm bei Rebel Wilson, und so kommt sie der hochnäsigen Anne Hathaway in einem noblen südfranzösischen Küstenstädtchen entsprechend polternd in die Quere. Die beiden Grazien haben sich darauf spezialisiert, Männer auszunehmen. Die elegante Hathaway beherrscht die Abzocke in Perfektion und leistet sich ein angenehmes Leben mit Villa und Personal. Konkurrenz ist ihr nicht willkommen, doch notgedrungen weiht sie Wilson in die feine Kunst des Hochbetrugs ein und startet einen Wettbewerb: Wer einem jungen Unternehmer (Alex Sharp) zuerst die Kröten abnimmt, darf bleiben, die andere muss den Platz räumen. Wilsons Part konterkariert herrlich den von Hathaway. Betrachtet man den Film isoliert vom Original Zwei hinreißend verdorbene Schurken (Michael Caine und Steve Martin), ist die Komödie frech, launig und kurzweilig. Glam Girls lebt von Wilsons derber Komik, die man eventuell mögen muss. Ich mag’s: Rebel yell!

6. Vienna Blood – Die letzte Seance (GB/Ö 2019)

Die Fernseh-Krimireihe verfügt eigentlich über ein interessantes Setting: Schauplatz ist Wien um die Jahrhundertwende. Sigmund Freud begründete gerade die Psychoanalyse. Ein schauriger Mord geschieht, der Kommissar Oskar Rheinhardt (Juergen Maurer) rätseln lässt. Zu seinem Missfallen wird es dem Arzt und Psychoanalytiker (Matthew Beard) gestattet, ihn bei seiner Arbeit zu begleiten. Bald hat der Jungspund Theorien zum Tathergang, die auf seinen psychologischen Kenntnissen fußen. Diese frühe Art des Profiling hilft bei der Aufklärung des Mords. Schade, die Ausstattung ist aufwändig, aber mir liegen beide Hauptdarsteller nicht, so dass ich mich nicht wohlgefühlt habe mit ihnen. Vielleicht probiere ich eine weitere Folge, denke aber, dass sich mein Eindruck nicht ändern wird.

7. Der Einsatz (USA 2003)

Farrell zum Ersten als Anwärter für die CIA: Al Pacino wirbt Colin Farrell für die CIA an. Der Computer- und Softwarespezialist James Clayton (Farrell) durchläuft ein knallhartes Training. Ausgerechnet Kollegin Layla (Bridget Moynahan), mit der er angebandelt hat, soll ein Maulwurf sein. James erster Auftrag lautet, Layla zu beschatten, in ihrer Nähe zu sein und herauszufinden, in wessen Auftrag sie handelt. Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt. Nebenbei erhofft sich James von Ausbilder Pacino Informationen zu seinem verschollenen Vater. Das Bild, das von der CIA gezeichnet wird, vermag ich nicht zu beurteilen. Ansonsten ist dies ein spannender Thriller mit Wendungen und durchaus gehaltvollen Dialogen. Manche würden wegen Pacino einschalten, ich hab’s wegen Farrell getan, der in einer seiner ersten Hauptrollen zu sehen ist und von Pacino nicht überstrahlt wird. Dieser Farrell… ich finde keine Worte.

8. Brügge sehen… und sterben? (GB/USA 2008)

Farrell zum Zweiten als depressiver Killer: Die irischen Auftragsmörder Ray (Colin Farrell) und Ken (Brendan Gleeson) sollen auf Geheiß des Gangsterbosses Harry (Ralph Fiennes) nach einem Auftrag in Brügge untertauchen. Während Ken Gefallen an der puppenstubenhaften Stadt findet, langweilt sich Ray – bis er Chloë (Clémence Poésy) trifft. Doch beim letzten Auftrag in London, der für Ray der erste war, ist etwas schiefgelaufen, was ihn depressiv werden lässt. Der cholerische Harry kann das Malheur gar nicht gutheißen und erteilt einen speziellen Auftrag. Das schwarzhumorige Drama ist hart, komisch und traurig. Es zeigt sozusagen die menschliche Seite der beiden Killer, so sehr, dass man sie liebgewinnt und mit ihnen leidet. Mordszenen sind ausgesprochen explizit dargestellt. Der Humor wirkt dagegen umso extremer, beinahe deplatziert. Ja, Farrell.. ich suche noch nach Worten.

9. Ein seltsames Paar (USA 1968)

Nie war Streiten schöner! Zwei von ihren Frauen verlassene Männer bilden eine Wohngemeinschaft: Walter Matthau genießt die gewonnene Freiheit bei verrauchten Pokerrunden mit seinen Freunden, während Jack Lemmon unter der Trennung leidet und nicht mehr leben will. Kurzerhand nimmt Matthau den Depressiven bei sich auf. Es dauert nicht lange, da streiten sich die besten Freunde wie ein altes Ehepaar. Da kringeln sich nicht nur die Spaghetti – Pardon: Fettucine – auf dem Teller. Sehr lecker! Von Neil Simon nach dessen gleichnamigen Bühnenstück.  

10. Der unsichtbare Dritte (USA 1959)

Ich bin eine Hitchkuckerin. Dieser Hitch ist wie ein Überraschungsei mit Spiel, Spaß und Spannung: Hitchcock setzt Cary Grant an einer Landstraße inmitten der Prärie aus und lässt ihn rumstehen. Er wartet. Ein Düngeflugzeug taucht auf, nichts Besonderes über den Maisfeldern. Das Flugzeug kommt näher, immer gewisser, dass es gezielt auf Grant zufliegt. Grant flüchtet ins Maisfeld, und sein chicer Anzug ist dahin. Diese Szenen allein könnten einen Kinofilm machen, aber Hitchcock lässt Werbefachmann Grant eingangs mit einem Spion verwechseln, im Zug die geheimnisvolle Eva Marie Saint treffen, damit er ihr verfällt und sie schmachtend und weichgezeichnet filmküsst. Sie lässt ihn am Bahnhof wieder stehen, aber ihre Wege kreuzen sich dennoch. Wer ist diese Frau? Er spürt sie in Begleitung zweier Männer in einem abgelegenen Haus auf und wird zum Fassadenkletterer. Spannend! Und dann kommt es zum Showdown am Mount Rushmore. Aber was erzähle ich. Selber Hitchkucken!

11. Dead Man Down (USA 2013)

Farrell zum Dritten als Rächer: Victor (Colin Farrell) gehört einer Gangsterbande an, die Mieter mit Gewalt aus ihren Wohnungen vertreibt, um anschließend die Häuser für lau aufzukaufen. Ihr Boss Alphonse (Terrence Howard) wird von einem geheimnisvollen Fremden bedroht, der ihm postalisch Bildschnipsel schickt, die der Kriminelle zunehmend nervöser zusammenpuzzelt, zumal einige seiner Leute aus dem Hinterhalt ermordet werden. Wer hat es auf ihn abgesehen? Und weshalb? Die Französin Beatrice (Noomi Rapace) jedenfalls hat es auf Victor abgesehen. Sie wohnt im Hochhaus gegenüber und hat ihn bei einer Sache beobachtet, die ihr dazu gereicht, ihn für ihre Rache auszuerwählen: Victor soll den Mann töten, der ihr Leben aus den Fugen gebracht hat. Zunächst gibt sich Victor nicht freiwillig mit Beatrice ab, kann sich ihr aber nicht ganz entziehen. Sie weiß nicht, dass auch Victor von Rache getrieben ist. Isabelle Huppert spielt die Mutter von Beatrice. Ein actionreicher Thriller mit stillen Momenten zwischen Beatrice und Victor. Einmal mehr berührt mich Farrell als einsamer Underdog, als still leidender, empfindsamer Typ, dem nichts zu bleiben scheint, als seinem rauen Umfeld mit Härte zu begegnen. Farrell wirkt über seine Augen und strahlt stets ein wenig Melancholie aus. Der Filmtrailer kommt mit dem Pink-Floyd-Cover Shine On You Crazy Diamond von Kendra Morris daher: „Now there’s a look in your eyes, like black holes in the sky“ – das ist Farrell.

12. Picknick mit Bären (USA 2015)

Es läuft halt nicht mehr so ganz, deshalb möchte der alternde Reiseschriftsteller Robert Redford den berüchtigten Appalachian Trail laufen. Der Wanderweg durchmisst 14 östliche US-Bundesstaaten über gigantische 3500 Kilometer Länge: „Nicht allein!“, bestimmt seine Frau. Nur ein lange nicht gesehener, früherer Weggefährte bleibt übrig. Redford staunt nicht schlecht als ihm der total abgerockte Nick Nolte schnaufend gegenübersteht. Nun denn, auf geht’s mit teuerer Gedöns-Ausrüstung. Feierlich wird das Eingangstor des Wanderwegs durchschritten; es ist noch fast in Sichtweite als Nolte die Puste ausgeht. Auf ihrem Weg treffen sie so einige Wanderer und haben mit den Widrigkeiten der Natur und des Lebens zu kämpfen. Ernst, komisch, traurig, menschlich, zu Herzen gehend. Der Weg ist das Ziel, und dies wird kein leichter sein, aber vor allem ein Weg zu sich selbst. Schon zum zweiten Mal angesehen. Empfehlung!

13. Hyperland (D 2021)

Wenn sich dein Wert als Mensch in Smartpunkten bemisst: Die junge Cee (Lorna Ishema) lebt in naher Zukunft in einer voll vernetzten Welt. Der „Finder“ ist neben den Schläfen implantiert und als blau leuchtende Diode erkennbar. Hierüber kommunizieren die Menschen, Videos werden direkt in die Umgebung projiziert, so auf Hausfassaden. Offline sein ist praktisch nicht möglich, nichts bleibt unbemerkt im permanenten Live-Stream. Der „Carma-Count“ entscheidet darüber, welchen Stand eine Person in der Gesellschaft hat, und so ist der Reiz für Manipulationen groß. Für Cee läuft es gut, bis Marvin (Maximilian Pekrul) versucht sie zu vergewaltigen. Als sie sein Verbrechen öffentlich macht, wird sie ein weiteres Mal Opfer: durch systematische Kampagnen wird sie sozial gebrandmarkt, „genullt“ und im Wortsinne unsichtbar für die Umwelt. Wird Cee ihre seltene Gabe helfen, sich aus dem Netz ausklinken zu können, ohne das Bewusstsein zu verlieren? Ein junger Film von Mario Sixtus, auf den man sich aufmerksam einlassen muss: Die Handlung erschließt sich nicht immer sofort. In Rückblenden wird Cee’s Kindheit betrachtet, die wesentlich ist für das Geschehen im Jetzt. Im Verlauf gefiel mir Das kleine Fernsehspiel des ZDF immer besser, auch die experimentelle, teils graffitiähnliche Optik. Die Hauptprotagonistin Cee hält trotzig und rebellisch dem Rest der Welt stand. Ich bin auf ihrer Seite! Iris Berben ist die Stimme der Cassandra, einer KI ähnlich Alexa & Co. Die eigentliche Kassandra scheint mir Cee zu sein: Jene Heldin aus der Mythologie, die das Unheil voraussah, aber kein Gehör fand.

14. Der Kaufhaus Cop (USA 2009)

Kevin James macht einen auf Bruce Willis in Stirb langsam, und das ist ziemlich witzig. Die Komödie mag ich immer wieder gern sehen, ihre Charaktere – ausgenommen natürlich die Bösen – sind liebenswert: Paul Blart (Kevin James) steht nicht unbedingt auf der Gewinnerseite. Er nimmt seinen Dienst als Sicherheitskraft in einem Einkaufszentrum äußerst pflichtbewusst wahr. Es ist der Black Friday, die Leute kaufen wie irre ein, die Kassen klingeln. Eine Diebesbande überfällt den Shoppingtempel und nimmt Geiseln. Unter ihnen befindet sich die Perückenverkäuferin Amy (Jayma Mays), in die Paul verliebt ist. Nach der Geiselnahme betritt Blarts Tochter Maya (Raini Rodriguez) ahnungslos durch einen Nebeneingang das Einkaufszentrum, um ihre Arbeit zu beginnen. Der Kaufhaus-Cop ist gleich doppelt motiviert, den Dieben das Handwerk zu legen. Unterdessen lernt er seinen neuen Kollegen Veck (Keir O’Donnell) von einer anderen Seite kennen. Keiner dreht hübschere Pirouetten auf dem Segway. Wenn Blart für Sicherheit sorgt, kann man beruhigt irre einkaufen gehen! 

Nicht mehr geschafft, mein Blabla dazuzugeben:

  • Frequency (USA 2000)
  • Dracula und seine Bräute (GB 1960)
  • Der große Stromausfall – Eine Stadt im Ausnahmezustand (USA 1996)
  • Inside Man (USA 2006)
  • Gosford Park (GB/USA/D 2001)