Gesehen: Starflight One

Inspiriert von meiner Liste der 5 BESTEN Filme im Weltall musste ich mir unbedingt Starflight One wieder ansehen. Ehrlich, damit hatte ich den besten Fernsehabend seit langem. Als Teenager fand ich den Film unglaublich spannend, allenfalls übertroffen von der Höllenfahrt der Poseidon. Und noch immer ist die Unterhaltung alles Gold wert, das sich in unzähligen Barren an Bord des Fliegers befindet. Der Film ist ein echtes Highflight unter den Flugzeug-Katastrophenfilmen. Was für ein super Trash-Crash!

Die Starflight One ist ein Flugzeug mit Raketenantrieb, das mit dreifacher Schallgeschwindigkeit in zwei Stunden von Florida nach Australien düsen kann. Der Supervogel startet seinen Jungfernflug. An Bord sind ausgewählte Passagiere und Presseleute. Eine andernorts gestartete Trägerrakete zündet nicht wie vorgesehen und muss gesprengt werden. Trümmerteile beschädigen das Flugzeug, dessen Raketenantrieb sich nicht mehr stoppen lässt. Und plötzlich: Die absolute Stille. Das Flugzeug schwebt im Weltall! Erste Anweisungen der Bodenkontrolle lauten: Energie sparen! Kein heißer Kaffee! Auch das noch! Die Meldung eines Reporters an Bord lautet: „Wir befinden uns in einem Flugzeug, das vielleicht in wenigen Stunden zerplatzt!“ Der Sauerstoff reicht für ungefähr zwei Tage. Aber keine Bange: Ihr Kapitän ist Colt Seavers Lee Majors!

Der „Captain“ hat keine Kapitänsmütze auf, sondern sein Glückskäppi. Möge es helfen! Doch Majors ist ein echter Kerl mit natürlicher Autorität, der die Nerven behält. Klar hat er was mit der hübschen Stewardess, die ihn flehentlich fragt, ob sie denn wieder auf die Erde zurück kämen. Majors trägt den Film mit reduzierter Mimik. Überhaupt verhalten sich die Beteiligten angenehm ruhig. Keiner flippt aus, wird komplett hysterisch, heult rum oder hat einen Anfall von hitziger Aggression. Niedlich, wie das Mädchen und die nette Omi das Modell-Raumschiff aus dem Flugzeugfenster betrachten. Diese alte Tricktechnik macht Spaß. Alles fühlt sich physisch und echt an. Da mag die Bergungskapsel eine weiß angepinselte Cola-Dose sein. Das macht gar nichts. Das ist toll!

Besser man lässt sich mit dem Flugzeug einfach schwerelos durchs All treiben, statt Starflight One logisch zu hinterfragen. Die Rettungsaktionen sind herrlich abstrus. Wenigstens ein Schmunzeln konnte ich mir nicht verkneifen, wenn man in Betracht zieht, dass im Weltraum minus 270 Grad herrschen. Hätte Josh in seiner besonderen Transportkiste auf dem Weg vom Flugzeug zum Raumschiff hinüber nicht schockgefrostet werden müssen? Aber eigentlich weiß ich nicht, was mit einem menschlichen Körper dort oben im schwärzesten Schwarz und bei solchen Minusgraden ohne Schutzanzug geschehen würde. Trotz oder gerade wegen dieser Unstimmigkeiten fühlt man sich bestens unterhalten auf dem Flug durch die unendlichen Weiten des Weltraums. Starflight One ist eine echte Eins!

Was mir gefallen hat in Starflight One
  • Szene: Die plötzliche Stille nach Eintritt des Flugzeugs in den Orbit. Schwebender Telefonhörer. Transport von Josh zum Raumschiff. Die Sache mit den Goldbarren.
  • Zitat vom Kapitän: „Die Presse kann die Batterien aufladen!“
  • Zitat von Thornwell: „Eine undichte Stelle und die Luft ist raus!“
  • Zitat eines Passagiers: „3 minus 1 macht 1?“
  • Du brauchst zum Filmgucken: Flugticket oder Presseakkreditierung, Fantasie, Anschnallgurt, heißen Kaffee im Thermobecher als Reserve, Du solltest nicht klaustrophobisch veranlagt sein und eine Geschwindigkeit von über Mach 2.4 aushalten können, Goldbarren sind Dir schnurz, Colt Seavers als Flugkapitän findest Du toll, Logik interessiert Dich nicht, Du wolltest schon immer mal ins Weltall reisen.
Filmdaten
  • USA 1983
  • Regie: Jerry Jameson
  • Drehbuch: Peter R. Brooke, Robert M. Young
  • Länge: 105 Minuten
  • Stars: Lee Majors (Captain Cody Briggs), Lauren Hutton (Erica Hansen), Ray Milland (Q. T. Thornwell), Gail Strickland (Nancy Gilliam), Hal Linden (Josh Gilliam), Michael Sacks (Pete) u.v.a.

2 Gedanken zu “Gesehen: Starflight One

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