30-Days-TV-Series-Challenge: Büttenwarder

Der Wortman und Aequitas et Veritas starten heute die 30-Days-TV-Series-Challenge mit insgesamt 30 Fragen rund um Serien. Die erste Frage lautet: Was ist deine Lieblingsserie?

Bild zur Blogaktion 30-Days-TV-Series-Challenge

Eine meiner Lieblingsserien ist Neues aus Büttenwarder, die der NDR seit 1997 ausstrahlt. Das kleine Dorf Büttenwarder liegt irgendwo im hohen Norden auf dem platten Land Schleswig-Holsteins. Der Bauer Kurt Brakelmann (Jan Fedder) lebt auf einem maroden Gehöft umgeben von Ziegen, Hühnern und jeder Menge Brachland. Sein bester „Feindfreund“ seit Kindertagen ist Landwirt Arthur „Adsche“ Tönnsen. Der verträumte Adsche (Peter Heinrich Brix) ist aus Sicht Brakelmanns „dumm wie ein Rübenacker“, hat aber ein untrügliches Gefühl, wenn es mal wieder in dem findigen Bauern „arbeitet“: Kurt Brakelmann hat nämlich angesichts der Krise in der Landwirtschaft so manche Geschäftsidee mit „Nennwert“, sei es eine „Tierpengsion“, Glücksspiel mit „Ziegen-Lotto“ oder eine Kochshow im „ländlichen Disäng“ mit Lebensmitteln, die Gastwirt Shorty längst entsorgt hat:

Das Zentrum von Büttenwarder bildet der Dorfplatz mit dem Dorfkrug. Die Gaststätte ist Quelle für Neuigkeiten und „Lütt un Lütt“ (Bier und Köm), das Wirt Shorty (Axel Olsson) in rauen Mengen an Brakelmann, Adsche und Stallbursche Kuno (Sven Walser) ausschenkt. Wenn Dorfpolizist Peter (Uwe Rohde) mit seinem Dienstfahrzeug – ein VW Käfer – Halt macht, hat Shorty ihm sein Glas Milch (kein Alkohol im Dienst!) schon bereitgestellt, und für Onkel Krischan (Hans Kahlert), der ja schon 106 ist, darf’s gern auch ein Schmök sein.

Im Dorfkrug wird nicht nur Bauernfrühstück und Labskaus serviert, sondern auch Weltpolitik betrieben. Bürgermeister und Notar Dr. Waldemar Schönbiehl (Günter Kütemeyer), der eigentlich zu höheren Ämtern berufen ist, hat es nicht immer leicht mit seinen Schäfchen. Er kann Goethe zitieren und sich stets gewandt ausdrücken, doch die Büttenwarder, diese „Gurkentruppe“, haben ihren eigenen Kopf.

Die Serie stammt aus der Feder von Norbert Eberlein. Peter Heinrich Brix sagt über das Universum Büttenwarder mit seinen liebenswerten und spleenigen Bewohnern: „Das ist Poesie und Anarchie.“ Büttenwarder geht nach dem Tod von Jan Fedder weiter. Der NDR hat zu Weihnachten drei neue Folgen angekündigt. In der 92. Episode Der Tod ist ein sturer Arsch wird Adsche Brakelmann leblos in der Bauernstube finden. Adsche wird hinausgehen und eine merkwürdige Gestalt treffen: den Tod.

Meine persönliche Hitliste
  • Lieblingsfolgen: Guten Appetit, Schöner Wohnen, Schmerzensgeld und Schatzsuche.
  • Szene: Als Adsche in Schatzsuche auf den vermeintlichen Schatzbehälter stößt, diesen schüttelt und sich fragt, was wohl darin ist, und Brakelmann längst entsetzt guckt und ruft: „Schmeiß das Ding weg!“, denn Adsche hat eine Tellermine ausgebuddelt, die er schließlich auf den Acker wirft und die mit ordentlichem „Bumm“ explodiert.
  • Zitat von Adsche: „Das ist der Gipfel vonne Niedertracht!“
  • Du brauchst zum Filmgucken: Bier und Köm, Mofa, Bananenbrot oder Bratkartoffeln Büttenwarder Art mit Spiegelei und Gewürzgurke, Trecker, Schmök, Gummistiefel, Landkarte, um Büttenwarder zu finden. Wenn Du kein Tierfreund bist: eine Fliegenklatsche.

8 Gedanken zu “30-Days-TV-Series-Challenge: Büttenwarder

    1. Hhm, ja vielleicht, wobei ich nicht genau weiß, wie man diesen Humor nennen kann. Wohl etwas von Brix erwähnter Anarchie. Manchem könnte es in Büttenwarder evtl. etwas zu albern zugehen, aber die Leute sind liebenswert – und etwas schräg. Vielleicht vom stetigen Wind – wie Bäume im Norden – etwas in Schieflage, aber bodenständig. Irgendwie so 🙂

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